Kalenderblatt für den 26. Dezember


Tsunami

Hafenwelle ist die Übersetzung des Begriffs Tsunami. Am 26. Dezember 2004 gab es das dritt stärkste Erdbeben, das jemals erfolgte. Es fand im Indischen Ozean statt und die darauf folgenden Tsunamis brachten fast einer viertel Millionen Menschen den Tod.

Kalenderblatt Bild26. Dezember – Kalenderkunde
Tsunami 2004 in Thailand. Foto von David Rydevikarl Pietzner

Der Begriff Hafenwelle geht auf japanische Fischer zurück, die von ihrer Tagesfahrt in den Hafen zurückkehrten und diesen völlig zerstört vorfanden. Dabei hatten sie auf See keine größere Welle bemerkt. Und das ist auch ein grundlegendes Charakteristikum. Weiter draußen findet die Bewegung hauptsächlich unter Wasser statt. Erst bei Erreichen der flachen Zone entfaltet die Welle ihre gesamte Kraft, indem sie sich nun auftürmen muss. Die ankommende Welle zieht zuerst das Wasser von der Küste weg, klassischer Vorbote eines Tsunami.

Wobei man mit dem Begriff Welle sehr vorsichtig umgehen sollte. Sie sind einfach nicht zu vergleichen. Selbst spektakuläre Wellen, auf denen todesmutige Surfer vor der Küste Hawaiis reiten, sind nicht einmal im Ansatz so schlimm. Eine normale Welle erreicht gerade mal maximal bis zu 100 km/h. Das wäre ein Auto. Ein Tsunami hat die Geschwindigkeit von einem Düsenjet mit 800 km/h und eine unglaubliche Reichweite. Sie können 20.000 Kilometer zurücklegen, ohne von irgendjemandem bemerkt zu werden und türmen sich doch zu Monstern auf. Vor der Küste tauscht die Welle dann Geschwindigkeit mit Höhe. Typische Tsunamis haben eine Höhe von 10 Metern, können aber durchaus auch 50 oder mehr Meter erreichen.

Höhe sagt dabei aber überhaupt nichts über die zerstörerische Potenz aus. Entscheidend ist der Druck bzw. die Menge des Wassers das kaum gebremst das Land überspült. Zwei Meter Wasser, die kilometerweit ins Landesinnere schieben, sind fatal für die Infrastruktur und natürlich mehr noch für die Menschen.

Der Tsunami an Weihnachten 2004 war genau deswegen so verheerend, weil er viele Menschen auf flachem Land erwischt hat. Da die Masse an Wasser einfach weiter und weiter schob, wurde jeder lose Gegenstand mitgespült und der Mahlstrom aus Autos, Möbeln, Holzresten, Steinen zerdrückte oder ertränkte alles, das im Weg stand. Und dieser Prozess fand dann erneut statt, als das Wasser wieder abfloss. Zurück blieb in einigen Ländern zerstörtes Land, denn nicht nur Gebäude waren ruiniert, sondern auch Ackerboden wurde in immensen Flächen abgetragen und vergiftet.

Im Pazifik entstehen die meisten Tsunamis. Japan ist daher aufgrund seiner Lage beliebtes Ziel. Hier hat man inzwischen Frühwarnsysteme eingerichtet und übt mit der Bevölkerung das entsprechende Verhalten. Nur sind leider die Menschen auf die Nähe des Meeres angewiesen und man kann nicht die Küsten der Welt mit einer mindestens 12 Meter hohen Mauer umgeben.

Das Erdbeben von 2011 vor der Küste Japans löste ebenfalls ein Tsunami aus, der wieder Hab, Gut und Mensch in fiesem Ausmaß vernichtete. Tatsächlich hatte man kurz vorher eine Übung abgehalten und die Bevölkerung wurde auch gewarnt. Nun ja, die Warnung ist das eine.

Die wohl bekannteste Folge dieser Katastrophe ist das Versagen der Sicherheit und der darauf folgenden Kernschmelze in dem an der Küste gelegenen Kernkraftwerk Fukushima I. Bis heute sind die Betreiber nicht in der Lage der Folgen Herr zu werden. Weder lässt sich der Reaktor zum Stillstand bringen, noch kann man die immensen Mengen an versautem Kühlwasser auch nur irgendwie reinigen. Sprich, das hochgiftige Zeug sickert ungehindert ins Meer.

Es bleibt zu hoffen, dass die Folgen aus diesen Katastrophen lehrreich sind. Wenigstens ein bisschen. Deutschland erarbeitete mit Indonesien ein Frühwarnsystem, dass 2008 seinen Dienst aufnahm um auch in dieser Region die katastrophalen Folgen eines Tsunami ein wenig mindern zu können. Und ich bin fast sicher, dass weltweit die anderen AKWs in Küstennähe schleunigst höhere Mauern gebaut haben.

Das Video eines Amateurs in Japan, dass beeindruckend die leise anfangende und schleichende Vernichtung zeigt. Und warum es trotz der Warnungen immer noch zu Opfern kommt. Erst, wenn man so etwas gesehen hat, kann man überhaupt begreifen, was das bedeutet.
















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