Kalenderblatt für den 21. Dezember


Liberia

American Colonisation Service nannte sich eine politische Gesellschaft in den USA. Sie wurde am 21. Dezember 1816 gegründet und hatte zum Ziel, alle freien ‚Neger‘ wieder nach Afrika zu bringen.

Kalenderblatt Bild21. Dezember – Kalenderkunde
Liberias Ex-Präsident Charles D. B. King

Aber bevor man das im Lichte des heutigen Rassismus beurteilen möchte, bitte ich darum, einen Blick auf die damaligen Verhältnisse zu werfen.

In Sachen Sklaverei gab es damals zwei unversöhnliche Gruppen. Die einen waren Sklavenbefreier, Menschenfreunde, Missionare. Sklaven gehörten befreit und ihnen sollte die Möglichkeit zur Rückkehr nach Afrika gegeben sein. Die andere Gruppe waren Sklavenhändler, -halter und deren Nutzniesser. Für jene war die Idee eines freien ‚Negers‘ in den USA ziemlich beunruhigend. Auch sie wünschten sich die freien schwarzen Bürger wieder nach Afrika.

Zu dieser Zeit lebten etwa 2 Mio. Schwarze in den USA, von denen ca. 10% frei waren. Und beide Parteien waren der einhelligen Meinung, dass eine Integration niemals funktionieren könnte. Zu groß seien die kulturellen unterschiede und es käme wohl nie zu einer gleichberechtigten Bürgerschaft.

Aber für den großen Plan der ACS gab es noch einen anderen Grund. Einen, der die selbstlosen Motive wieder in ganz anderem Licht erscheinen ließ. Afrika und dessen Rohstoffe waren schwer angesagt. Man wollte dort eine Kolonie gründen und die dorthin gebrachten Menschen als billige Arbeitskräfte nutzen.

Es wurde fleißig Geld gesammelt und man bekam sogar ein wenig Unterstützung durch den Staat. Damit kaufte man an der ehemaligen Pfefferküste ein Stück Land. Und mit frnzösischer und britischer Unterstützung wurde dort quasi ein Staat gegründet. Liberia. 1820 kam das erste Schiff mit 88 ehemaligen Sklaven.

Bisher fragt man sich noch ob man das jetzt gut oder schlecht finden soll. Aber nun kommt noch ein lustiger Aspekt dazu. Die angesiedelten Menschen dachten garnicht daran, für weiße Kolonialherren zu arbeiten. Vielmehr gründeten sie selbst Handelsniederlassungen und bauten eine Regierung auf, die mit Zwangsarbeit und Unterdrückung funktionierte. Ganz so, wie sie es gelernt hatten.

Die eigentlichen Eingeborenen hatten bei dem Ganzen auch nichts zu melden. 1847 erklärte sich Liberia für unabhängig. Durch die ACS kamen weiter Übersiedler und der Zustrom wuchs insbesondere während des amerikanischen Bürgerkriegs an.

Tatsächlich existierte die ACS bis 1964. Dann löste sie sich auf und übergab alle Akten an das US-Staatsarchiv. Darin enthalten ist eine sehr genaue Geschichte Liberias incl. aller Namen der Übersiedler.

Bis heute besteht die Oberschicht aus Übersiedlern bzw. deren Nachfahren. In den letzten Jahren gab es viele Unruhen und Streitereien um die Regierung. Und man kann nicht behaupten, dass es dort zivilisiert zuginge. Folter, Mord, Korruption und Putsch sind leider allgemeine Begriffe.


















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