Kalenderblatt für den 17. Dezember


Kim Jong-Il

Ein Stern und Regenbögen bei seiner Geburt, da würde man doch ein wenig mehr bei seinem Tod erwarten. Jedoch: Kim Jong-Il starb am 17. Dezember 2011 während einer Zugfahrt an Erschöpfung.

Kalenderblatt Bild17. Dezember – Kalenderkunde
Urheber Portrait: www.kremlin.ru

Doch um den ehemaligen vielgeliebten Führer nicht zu schmälern, wollen wir ein wenig Licht auf seine bescheidene Lebensweise werfen. Fakten, die einen schlicht und ergreifend von der Herrlichkeit seines Wesens überzeugen müssen. Was die schier unglaubliche Verehrung in seinem Land erklärt. Daher wollen wir uns auf die Berichte aus Nordkoreas Informationsministerium stützen. Ungetrübt durch andere Sichtweisen oder Tatsachen.

Beginnend mit der Geburt. Kim Jong-Il begründete sein Leben in einer Blockhütte am Fuß des heiligen Bergs Paektu. In diesem Moment erhellte ein strahlender Stern den Himmel, Regenbögen (ja, Plural) erschienen und die Jahreszeit wechselte spontan von Winter zu Frühling. Da kann nicht einmal das Christkind mithalten.

Apropos Geburtstag. Es ist im Fernsehen zu hören und damit Tatsache, dass der geliebte Staatsmann auch weltweit der bekannteste und meistgefeierte Politiker war. Spontan und geplant wurden zu seinem Geburtstag auf der ganzen Welt Festivals gefeiert und Filme gezeigt.

Wohlbekannt ist auch die Tatsache, dass der schlechte Einfluss der Amerikaner aus dem gepflegten Staat erfolgreich ferngehalten wurde. Als der gute Mann vom leichten Hunger seiner Studenten und Lehrer hörte, erfand er spontan einen Snack, den er ‚Doppelbrot mit Fleisch‘ taufte. Er liess eine Fabrik dafür errichten und dem Elend war ein Ende gesetzt. Die verfluchte Ähnlichkeit zu einem Hamburger liegt daran, dass die ihm das Design geklaut hatten.

Und als ob das noch nicht reichte, war er ein Mann der höheren Kultur. Unzweifelhaft komponierte er sechs ganze Opern und genoss Auftritte in Musicals. Und man sollte nicht vergessen, das aus seiner Feder auch ein Buch namens ‚On the Art of Cinema‘ stammt. Neben einer hundertteiligen Dokumentation über sein Land, die er selbst produzierte.

Und wo wir gerade bei Büchern sind, laut seiner bescheidenen Biographie schrieb er in seiner Zeit an der Universität nicht weniger als 1.500 Bücher in drei Jahren. Und sein Kleidungsstil sorgte weltweit für einen Trend. Eine Ikone des Minimalismus, stilsicher in jeder Form. So stilsicher, dass es bei nordkoreanischen Friseuren nur 11 Modelle zur Auswahl gibt. Anderes ist überflüssig.

Es ist wohl selbstverständlich dass wir sterbliche bei solch einem Menschen anfangen zu zweifeln. Kann das alles wahr sein?. Doch sage und schreibe 17 seiner Leibwächter bezeugten bei ihrem Leben sein hervorragendes Golftalent. Bei seinem ersten Spiel schaffte er die Runde mit 38 unter Par. Dabei lochte er diverse mal den Ball in einem Schlag ein. Um die Genialität des Mannes auch rechnerisch zu belegen, es ist schon schwieriger zwei Asse in einem Spiel zu schlagen als sechs Richtige im Lotto zu haben. Er hatte 11. Die Leibwächter haben es beschworen.
Und auch hier erwies er sich als sehr feinfühlig und volksnah. Um nicht den Rest der Golfspieler in seinem Land zu blamieren, erklärte er seinen sofortigen Rücktritt aus diesem Sport.

Damit aber nicht nur andere über ihn huldigend berichten, verkündete er mehrfach in Interviews, das Wetter mittels Gedankenkraft kontrollieren zu können. Wobei durchaus negative Gedanken anderer Staatslenker den Himmel bewölken könnten. Das war es aber auch, andere wahre Geschichten entstammen nicht seinen direkten Erzählungen. So die Tatsache, dass er ein fotografisches Gedächtnis hatte und eine Blume namens Kimjongilia nach ihm benannt wurde.

Die wenigen Sprecher des Staates, die der Sprache noch mächtig waren, berichteten von hemmungslos weinenden und hysterischen Menschen allseits in Nordkorea als die Kunde seines Todes sich verbreitete. Posthum wurde er zum ‚Ewigen Generalsekretär‘ ernannt. Der 17. Dezember 2011 wird in all unseren Herzen bleiben.

Bliebe nur noch die Frage ob sein fetter Sohn genauso eine schwachsinnige Heldenerhöhung erfährt, wie sein widerlicher Vater.

 

 


 
















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