Kalenderblatt für den 15. Dezember


Sitting Bull

Sitting Bull ist eine der entscheidenden Figuren im Kampf Einwanderer vs Ureinwohner. Er wurde am 15. Dezember 1890 von Indianerpolizisten hinterrücks erschossen.

Kalenderblatt Bild15. Dezember – Kalenderkunde
Sitting Bull Portrait, 1885. Fotografie von David Frances Barry

Man ist bei dem Thema Indianer schnell geneigt, mit letzteren zu sympathisieren. Es stimmt ja auch, dass bei den allermeisten Geschichten der Indianer der Leidtragene, betrogene und schlußendlich Verlierer war. Die Einwanderer, gleich welcher Art, nahmen den Ureinwohnern Lebensraum und sogar die Lebensgrundlage. Koexistenz war nur ein Wunschtraum, zu verschieden waren die Ansichten.

Allerdings war sein Name in der ersten Zeit ‚Jumping Badger‘, also Springender Dachs. Onkel und Vater waren von Rang und Namen in Indianerkreisen. Dazu kam das stets ruhige und bedächtige Benehmen den Jungen und einige erfolgreiche Raubzüge bzw. Überfälle auf andere Stämme.
Letztlich bekam er von seinem Vater den Namen ‚Tȟatȟáŋka Íyotake‘, was ‚Sich Setzender Bulle‘ bedeutet. Sitting Bull wurde letztlich Häuptling und zugleich Medizinmann der Hunkpapa-Lakota-Sioux. Sein Leben bestand im Grunde aus zwei Abschnitten. Zuerst dem Kampf gegen die Einwanderer und deren Soldaten und danach der Versuch einer Aussöhnung und Beseitigung der vielen Mißstände in der Behandlung der Indianer.

In die Geschichtsbücher ist Sitting Bull durch die Schlacht am Little Bighorn gekommen. Bei dieser war er einer der Anführer der Indianer, die General Custers Armee erfolgreich schlugen. Das war einer der wenigen Siege in einer ganzen Reihe von Indianerkriegen.

Der Schlacht ist eine typische Schweinerei der ‚Weißen‘ vorausgegangen. Die Black Hills, eine schönes Gebiet, war einigen Indianerstämmen heilig und wurde als ihr Territorium anerkannt. Leider aber hat irgend ein Mistkerl genau dort nach Gold geschürft und ist fündig geworden. Und nicht die Klappe gehalten. Was natürlich zur Folge hatte, dass dort diverse Glücksritter illegal schürfen gingen. Halbherzige Versuche seitens der US-Regierung führten zu nichts, die Gier war stärker. Die Sioux-Krieger fingen folgerichtig an, auf die Schürfer Jagd zu machen.

Um nicht dem Abschlachten der Goldsucher tatenlos zuzuschauen, beschloss die Regierung, den Indianern das Gebiet abzukaufen. Was natürlich zu nichts führte und zur Folge hatte, dass die Kavallerie mit Gewalt eingreifen wollte. Es musste also ein Vorwand her. Sie forderten mitten im Winter den Abzug aller Indianer ‚in die Reservate‘. Kaum möglich, mitten im Winter. Und da die Soldaten das wussten, hatte man einen prima Vorwand. Leider hatten sie die Rechnung ohne die Strategen unter den Indianern gemacht. Und so lief die Armee in den sehr gut vorbereiteten Gegner und bekam ziemlich aufs Maul.

Custer fiel und die Schande für Amerika hielt sich in Grenzen, denn man strickte schnell heldenhafte Geschichten über den toten General, stempelte die Indianer zu sadistischen Heiden ab und saugte sich viele neue Vorwände daraus, noch härter durchzugreifen.

Ernsthaft bedroht durch die folgenden Strafexpeditionen setzte sich Sitting Bull mit 2-3.000 Anhängern nach Kanada ins Exil ab. Jahre später kehrte er zurück aber inzwischen hatte man den Büffel nahezu ausgerottet, die Reservate verkleinert und ein Leben wie früher war nie mehr möglich.

Sitting Bull trat sogar in der Show von Buffalo Bill auf um für seine Sache zu werben. Dummerweise hielt er das Ganze für eine Vortragsreihe um die Kulturen einander näher zu bringen. Bis er kapierte, dass man ihn verladen hatte, hielt er kleine Reden in Lakota-Sprache, reich geschmückt als Häuptling.

Die Geistertanz-Bewegung war eine Art Kult, bei dem sich schamanische Ideen und christliche Motive flexibel vermischten. Es wurde von einer Art Wiederkehr der Büffel gesprochen, Einer Zeit in der die Lebenden und Toten in Glück und Frieden miteinander leben können. Diese Bewegung gab es in zwei Wellen und sie fand regen Zuspruch unter fast allen verbliebenen Stämmen.

Daher hatten die US-Amerikaner ziemliche Bedenken, dass sich das Ganze in einen Aufstand verwandeln würde und beschlossen, mit der Verhaftung von Sitting Bull einen Eklat zu provozieren, den man dann gewaltsam niederschlagen könne.

Die Verhaftung des inzwischen recht alten Mannes stieß natürlich auf Widerstand und ein Indianer-Seargant schoss ihm schlicht in den Kopf. Es starben noch sieben weitere, unter anderem sein 14-jähriger Sohn.

Viele Lakota flohen daraufhin in die nahegelegenen Badlands. Die Idee von Widerstand oder Kampf war ihnen fern, es ging nur um das Überleben. Häuptling Big Foot, bekannt als friedliebender Charakter ergag sich schließlich den verfolgenden Soldaten. Das Ganze nützte leider nichts. Irgendwo fiel ein Schuß und die Armee begann wahllos alles niederzuschießen. Stundenlang erschossen oder erschlugen sie auch den letzten der ca. 350 Indianer. Männer, Frauen, Kinder, sogar die Pferde.

Diese widerliche Bluttat ging als das Massaker von Wounden Knee ind die Geschichte ein.


Der Film ‚Little Big Man‘ gilt als Tragikomödie und beschreibt auf wunderlich liebevolle Weise die damaligen Geschehnisse aus einem skurrilen Blickwinkel.
















Kalenderkun.de

verwendet bewusst keine aufwändigen Techniken. Kein Javascript, keine eigenen Cookies, kein Flash. Lediglich ein wenig php im Hintergrund und handgeschriebenes HTML.

Als einzige Werbung kommen bei den Artikeln Dinge wie Buch- oder Filmempfehlungen vor. Die stehen aber handverlesen in Zusammenhang zum Thema.


All die rechtlichen Dinge


Impressum
Datenschutzerklärung
Kontakt