Kalenderblatt für den 24. November


Tierschutz

Tierschutz ist keine Selbstverständlichkeit. Am 24. November 1933 wurde das erste deutsche Tierschutzgesetz verabschiedet. Bis diese Gesetze entstanden, war Tierschutz lediglich ein ethisches bzw. religiöses Motiv.

Kalenderblatt Bild24. November – Tierschutz
Puten von: uschi dreiucker / pixelio.de

In älteren, naturverbundenen Religionen war der Schutz von Lebewesen eine verankerte, unbewußte Handlung. Man ahnte, dass Tiere als Teil der Natur auch Teil der Götter seien. Und dass man sich selbst schadete, wenn man wider die Gebote handelt

In etwas weiter entwickelten Religionen gab es unterschiedliche Motive. So ist in der jüdischen Tora die Tierquälerei ausdrücklich verboten. Selbst am Ruhetag ist man für seine Tiere verantwortlich. Buddhismus und Hinduismus haben den Gedanken der Wiedergeburt. D.h. man kann eben auch als Tier wiedergeboren werden. Und wer möchte schon seinen Uropa schlachten? (Rhetorische Frage, also bitte!) Auch im Islam sind Tiere Allahs Geschöpfe und damit grundsätzlich schützenswert.

Im alten Testament gab es eine etwas grobere Haltung den Lebewesen generell gegenüber. Jesus schaffte im neuen Testament das Tieropfer ab und stellte die allumfassende Barmherzigkeit in den Mittelpunkt der Verhaltensweisen. Und auch heute ist der Gedanke der Heiligkeit bzw. der Gottesgegenwart in allen Geschöpfen zentraler Gedanke vieler christlicher Gemeinschaften. Was weitergehend Natur- und Tierschutz bedeutet.

Philosophen hatten meist eine ähnliche Betrachtungsweise. So hat René Descartes aufgrund der Himmelsmechanik von Newton bzw. Kopernikus gesagt, dass die Gesetzmässigkeiten der Welt gleichermassen für alles auf der Welt gültig sei. Mensch und Tier sind Teil der Natur und unterscheiden sich lediglich im Grad des Bewusstseins. Andere, wie Jean Jacques Rousseau sagten, dass Menschen durch ihren höheren Grad an Entwicklung den Tieren verpflichtet seien. Kant fand als Argument, dass die Grausamkeit gegenüber Tieren den Menschen grundsätzlich abstumpfe und daher zu unterlassen sei.

Der Tierschutz heute hat die unterschiedlichsten Ausprägungen. Gesetzlich gesehen, gibt es immer wieder Verfeinerungen, angepasst an neue Erkenntnisse aber auch aufgrund starker Lobbyarbeit vieler Verbände, die sich für die Tierrechte einsetzen. Wahrscheinlich ist auch die Allgemeinheit diesem Thema gegenüber sensibler geworden. Noch vor hundert Jahren hätte es nur wenige gekratzt, hätte man ihnen Bilder von Batterielegehennen gezeigt. Heute bedeuten solche Skandale manchmal sogar das Aus für einen Betrieb.

Tierschutz hat sehr viele Gesichter und wird überall anders gesehen. Heilige Kühe in Indien oder Robbenbabyschlächter, die Gegensätze könnten kaum größer sein. Die vielen anderen Grauschattierungen dazwischen bedürfen noch einiger Diskussion und sicher einiger menschlicher Reife.

Darf man eine Katze im siebten Stock auf 40qm halten? Dürfen Tiere im Zoo gehalten werden? Oder im Zirkus? Wieviel qm braucht ein Löwe in Gefangenschaft? Wieviele Löwen brauchen wir in freier Wildbahn? Darf man eine Wiese mähen, auch wenn man damit unzählige Kleintiere tötet? Sollte man selbst geschlachtet haben, bevor man Fleisch essen darf?

 


 
















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