Kalenderblatt für den 23. November


Polonium

Alexander Walterowitsch Litwinenko starb am 23. November 2006 an den Folgen einer Vergiftung. Viel zu spät merkte man erst, dass es sich um Polonium gehandelt hatte.

Kalenderblatt Bild23. November – Polonium
Wladimir Putin, Author Russian Press www.kremlin.ru.

Herr Litwinenko begann in der Sowjetunion seine Karriere als Agent des KGB in der Spionageabwehr. Später, als die Sowjetunion plötzlich Russland hieß und aus dem KGB der FSB wurde, da bekämpfte er offiziell Terroristen.

1998 begann seine Karriere als Kritiker. In einer gewagten Pressekonferenz in Moskau beschuldigte er den FSB, Aufträge für Morde zu geben. Bei ihm waren diverse maskierte Geheimdienstler, die dies bestätigten. In dem speziellen Fall sollte damals Boris Beresowski von ihnen umgebracht werden. Damaliger Chef des FSB war übrigens Putin.

Bis zum Jahr 2000 wurde er des öfteren angeklagt, verurteilt, verhaftet, freigelassen, der ganze Druck, den man aufbringen muss um das Schweigen zu erzwingen. Als jedoch auch seine Familie massiv bedroht wurde, sah er sich zur illegalen Ausreise gezwungen und floh mit Frau und Kind nach England, wo er 2001 Asyl bekam.

Hier arbeitete er als Buchautor und Journalist. Finanziell half ihm Herr Beresowski, dessen Leben er quasi gerettet hatte und der ebenfalls in London lebte. Jetzt veröffentlichte er das Buch Eiszeit im Kreml, in dem er einige Behauptungen aufstellte, die die Regierung in Russland stark belastete. Leider ließen sich keine der Dinge komplett beweisen. Allerdings wurde der einzige Laster mit Büchern auf dem Weg nach Russland in einer Anti-Terror-Kampagne beschlagnahmt.

Eine der Thesen besagte, dass die Anschläge auf Moskauer Häuser 1999, bei denen immerhin 300 Leute starben, nicht von tschetschenischen Terroristen verübt wurden sondern vom FSB. Zielsetzung war der Vorwand zum zweiten Krieg gegen die Tschetschenen. In einem späteren Interview sagte er auch, dass der Anschlag auf das Musical-Theater durch den FSB initiiert war. 2006 unterstellte er Putin Pädophilie.

Kurz vor seinem Tod beschäftigte sich Litwinenko mit der Ermordung der russischen Journalistin Anna Politkowskaja. Angeblich soll er belastende Beweise vom italienischen Geheimdienst bekommen haben.

Aber all das sind Mutmaßungen. Tatsache ist, das Litwinenko sich am 1. November 2006 mit Vergiftungserscheinungen in ein Krankenhaus begab. Leider fanden die Ärzte erst kurz vor seinem Tod am 23. November heraus, dass es ein Strahlentod durch Polonium war.

Den Tätern konnte man durch viele Indizien und Beweise auf die Spur kommen. Nutzte aber nichts. Auch wenn England Anklage erhob, sah Russland sich nicht gewillt, den bzw. die Täter auszuliefern. Das sorgte schon für ziemliche Spannungen, zumal das nicht der erste Fall dieser Art war. Man erinnere sich an den Regenschirm-Mord.

Leider blieb es bei Spekulationen und wenig ergiebiger Diplomatie. Putin ist immer noch der Anführer eines Landes, dessen Regierungsform von Optimisten als ‚gelenkte Demokratie‘ bezeichnet wird.

 


 
















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