Kalenderblatt für den 17. November


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40% Steigerung in der Auflage erfuhr die Sun als sie am 17. November 1970 das ‚Page Three Girl‘ einführte. Ein leicht bis garnicht bekleidetes Mädchen nimmt den größten Teil der dritten Seite ein, umgeben von Krimi- oder Gewaltgeschichten.

Kalenderblatt Bild17. November – Kalenderkunde
Teile von Lucy Pinder 2007
Foto von Wikipedia-Autor Kanonkas

Rupert Murdoch, geboren in Australien, ist ein Medienmogul ersten Ranges. Die Liste der Zeitungen, Sendern und sonstigen Dingen, die sich in seinem Besitz befinden, ist wahrscheinlich meterlang. Selbst Kleingedruckt. Man muss ihn nicht wirklich mögen aber ein bischen beeindruckt sollte man schon sein. Er besitzt geschätzt ca. 2% aller globalen Medien. Die englische Zeitung ‚The Sun‚ ist nur eine davon.

Als Murdoch die Sun 1969 kaufte, war sie ein zielloses und wenig gelesenes Blatt. Er änderte den gesamten Inhalt und machte daraus ein sensationsheischendes Sportblatt mit Sexstories. Und wen wundert es, die Verkaufszahlen schossen nach oben. Und als 1970 das Mädchen auf Seite Drei als feste Kategorie eingerichtet wurde, gab es noch einmal saftigen Zuwachs. Sex sells nun mal.

Die Sun war mit diesem Konzept so erfolgreich, dass sehr viele andere Blätter nachzogen. Siehe Bild-Zeitung. Das halbnackte Mädchen brach Dämme und wahrscheinlich wurde spätestens im Jahr 1971 so ziemlich jedes Zeitungskonzept überdacht.

Und nicht nur die Kerle sind scharf auf Seite Drei. Unglaublich viele Mädchen aus, sagen wir mal, sozial herausgeforderten Schichten möchten gerne dort abgelichtet werden. Denn tatsächlich sind einige der Modelle in irgendeiner Form zu Karriere gekommen. Die Liste der bekannteren ist durchaus lang. Beispielsweise hätten wir da Samantha Fox, Katie Price, Linsey Dawn McKenzie oder Keeley Hazell. Die Sun vermarktet die Mädchen nicht nur auf der dritten Seite, es gibt auch Webseiten, Kalender, Spielkarten usw..

Allerdings ist nicht jedes Mädchen einer solchen Lebensweise fähig. Manche scheitern an den Anforderungen, den Drogen oder der Launenhaftigkeit des Starlet-Lebens. Manche sprechen sogar vom Fluch der Seite Drei.

Natürlich zieht solch ein ethischer Wandel nicht nur Freunde an. Eine britische Politikerin machte es sich zur Aufgabe, gegen die Sache vorzugehen. Sie versuchte ein Gesetz zu etablieren, die sog. ‚Page Three Bill‘, dass es Zeitungen verböte, nackte Menschen abzubilden da das nicht ihre Aufgabe sei. Wenn doch, dürfe man sich nicht mehr Zeitung nennen. Erwartungsgemäß war die Presse stark genug, sich dagegen zu wehren.

Und so können wir uns noch heute an jungen Frauen, spärlich an Geist und Kleidung erfreuen. Auf Seite Drei.

 


 
















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