Kalenderblatt für den 13. November


Fantasia

Musik und Film zusammen, im Grunde das erste moderne Musikvideo, hatte am 13. November 1940 Premiere am Broadway in New York. Das Stück hiess Fantasia und war der dritte lange Film von Disney.

Kalenderblatt Bild13. November – Kalenderkunde
Fantasia

Der Trickfilm bzw. die Verschmelzung von Realfilm, Zeichnung und Ton lieferte weit mehr Möglichkeiten als es das Publikum bisher gewöhnt war. Man nahm Mickey hin, lachte über Donald und natürlich war Schneewittchen ein reizender Film. Aber anscheinend muss das den Leuten bei Disney nicht gereicht haben und so befassten sie sich mit einer weitergehenden Idee, bei der sich die Zeichner aller möglichen künstlerischen Elemente bedienen konnten.

Leopold Stokowski, ein angesehener Dirigent seiner Zeit hörte von dem Vorhaben und war begeistert. Er bot sich an, die Vertonung unentgeltlich vorzunehmen und fand sogar 100 weitere Musiker, die ihm dabei halfen. Eingespielt wurden leicht geänderte klassische Stücke, die sich dafür eigneten, die Fantasie fliegen zu lassen.

Z.B. Modest Mussorgskis Nacht auf dem kahlen Berg, ein düsteres, kraftvolles Stück untermalt den Berggeist, der die Toten erweckt und eine Hexennacht feiert. Oder Paul Dukas Musik zum armen Zauberlehrling, dem die Dinge entgleiten. Das vertonte Gedicht von Goethe eignete sich hervorragend, da man im Trickfilm fantastisch die verzauberten Gegenstände agieren lassen konnte. Eine der wenigen Szenen, in denen ich Mickey Maus nicht blöd finde.

Die Disney-Brüder Walt und Roy hatten von vornherein nicht damit gerechnet, mit dem Film tatsächlich Geld zu verdienen. Das Herr Stokowski und seine Musiker ohne Gage arbeiteten gab der Sache aber Halt und auch die Zeichner wussten, dass sie an einem Kunstwerk arbeiteten.

Produziert wurde der Film mit einem Mehrkanalton. Was bedeutete, dass in dem Theater zur Premiere dreissig weitere Boxen angebracht wurden. Den Plan, Duftstoffe zu versprühen und dreidimensionale Bilder zu produzieren hatten sie dann doch verworfen. Der Ton war aufwendig genug.

Obgleich das Publikum durchaus beeindruckt war, wurde das Ganze nicht gut angenommen. Es war einfach zu bombastisch. Und mit über zwei Stunden Länge auch sehr anspruchsvoll. Die Kosten betrugen im Endeffekt über zwei Millionen und ruinierten damit beinahe die Disney-Studios.

Die Veröffentlichungsrechte wurden verkauft und bis in die sechziger Jahre war kein Gewinn in Sicht. Doch dann erlebte der Film seine Renaissance, denn es wurde festgestellt das es ein besonderes Erlebnis ist, den Film während des gepflegten Drogengenusses zu sehen. Die Kinos füllten sich und es wurde sogar auf den Plakaten mit einem ‚besonderen Trip‘ geworben. Letztlich spielte er dann doch 76 Mio. Dollar ein.

Mit diesem Aufwind setzte Roy Disney noch ein Fortsetzungskonzept in die Welt. Fantasia 2000, der auch 1999 veröffentlicht wurde. Die Technik ist natürlich gereifter aber im Grunde blieb man dem Konzept treu. Klassische Musik zu fantastischen Bildergeschichten. Wunderschön.

 


 
















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