Kalenderblatt für den 6. November


Lübeck

Lübeck Stadt aus Marzipan, wunderhübsch und furchtbar schlechte Straßen. Am 6. November 1806 kamen die Franzosen.

Kalenderblatt Bild6. November – Kalenderkunde
Blücher (ca. 1815) Künstler unbekannt

Seit Lübeck die dänische Herrschaft im 13. Jhdt. los geworden ist, galt die Stadt als relativ neutral und versuchte weitestgehend Zwistfrei zu bleiben. In dieser Zeit florierte der Handel auch dank der Hanse, die Stadt blühte auf und wuchs. Sie bauten tolle Kirchen aber auch einen Befestigungswall mit Toren und Burg. Das  Holstentor an der Westseite wurde spätestens durch den 50-DM-Schein ziemlich berühmt.

Leider hatten aber alle Versuche nichts gefruchtet. Nicht einmal die Bestechungsgelder an die französischen Politiker. Bereits im Juli hatte sich im Rest von Deutschland der Rheinbund gegründet und sich faktisch unter Napoleon gestellt. Dadurch entfiel der Schutz durch das heilige römische Reich.

Lediglich die Preußen stellten sich noch gegen Frankreich. Sie waren zwar kurz zuvor bei Jena und Auerstedt böse geschlagen worden, hatten aber nicht aufgegeben. Am 5. November kamen diese preußischen Truppen in einem Gewaltmarsch aus Richtung Osten und wollten sich in der Innenstadt Lübecks verschanzen. Ihre Zahl war immens, ca. 20.000 und mehr. Ungefähr so viele wie es Einwohner gab. Ihrem Ansinnen, sich einzunisten standen die Bürger und der Senat natürlich nicht gerade freundlich entgegen. Daher ließ Herr von Blücher die Tore mit Äxten einschlagen und die Truppen quartierten sich völlig chaotisch ein, wo sie gerade konnten.

Es war die Absicht des Herrn von Blücher gewesen, die Franzosen mit seinen zusammengeklaubten Resten anzulocken und den Preußen dadurch Zeit zu geben, sich wieder zu formieren. Ehrenhaft usw. aber ungünstig für Lübeck. Denn am 6. November griffen die Franzosen mit ca. 50.000 Mann an.

Die Preußen hatten noch erbeutete Kanonen vor der Stadt stehen und als sie diese holen wollten, fielen die Franzosen durch das offene Tor ein. In der folgenden Straßenschlacht starben abertausende. Zuvörderst Preußen.

Zuletzt gelang Blücher die Flucht mit 9.300 Mann in Richtung Norden in ein Nest namens Ratekau. Damit das arme Dörfchen nicht zu Klump geschossen würde, ergab sich Blücher unter der dortigen ‚Blüchereiche‘ den Franzosen und seine Truppen wurden ehrenvoll entwaffnet.

Die Lübecker erlebten jetzt allerdings vier Tage Plünderung. Wobei man betonen muss, dass es viel Sachschaden aber wenig Tote unter den Städtern gegeben hatte. Am meisten musste wohl der kaufmännische Stolz gelitten haben. Denn für die Franzosen war Lübeck ein wahres Füllhorn. Sie bedienten sich schamlos und schnitten die Kaufleute von ihrer Lebensader, dem Schiffshandel, ab.

Die Besatzung dauerte bis 1813 aber an dem entstandenen Schaden litt Lübeck sehr, sehr lange. Zwar gab es Reparationszahlungen aus Frankreich aber die deckten kaum den Schaden ab.
Allerdings gibt es jetzt in Paris die Rue de Lubeck. Ist doch auch was.

 


 
















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