Kalenderblatt für den 1. November


Sixtinische Kapelle

Michelangelo di Lodovico Buonarroti Simoni enthüllte am 1. November 1512 nach über vier Jahren Arbeit die Deckenfresken in der sixtinischen Kapelle.

Kalenderblatt Bild1. November – Kalenderkunde
Adam erhält den Gottesfunken.

Diese Deckenfresken zählen eindeutig zu den schönsten Kunstwerken weltweit. Wer sich nicht schon von der Schönheit der einzelnen Bilder verzaubern lässt, der wird garantiert von der Vorstellung beeindruckt das ein einzelner Mensch diese unglaubliche Aufgabe bewältigt hat.

Michelangelo arbeitete sehr gerne als Bildhauer. Malerei war eigentlich Nebensache für ihn. Sein Gönner und Hauptauftraggeber, Papst Julius II, forderte ihn ursprünglich nur dazu auf ein paar Bilder in der Mitte der Decke zu malen. Aber Michelangelo galt als eigenwilliger Sturkopf. Der Papst kannte ihn allerdings und köderte ihn mit totaler künstlerischer Freiheit da er anscheinend um das Universalgenie seines Schützlings wusste.

Dem Künstler gefiel die Vorstellung nicht, lediglich die Deckenmitte zu bemalen und er entwarf ein Konzept, bei dem die biblische Genesis mit 105 Figuren dargestellt wurde. Dazu gehörten auch die oberen Seitenwände, so dass er letztlich über 500 Quadratmeter zu bewältigen hatte.

Nicht nur, dass er sich überwand, in Farbe zu malen, was er bis dato kaum getan hatte, nein, er lehnte auch jegliche Hilfe dabei ab. Abgesehen von ein paar Handlangern machte er alle Arbeiten selbst. Man muss sich vorstellen, dass er während des Malens z.T. an Hängegerüsten unter der Decke schwebte und beständig den Kopf im Nacken hatte. Dazu die feuchte, stickige und manchmal recht kalte Luft; das dürfte eine ziemliche Tortur gewesen sein.

Zu all diesem Unbill kam noch, dass sein Auftraggeber ihn nur mäßig und unregelmässig bezahlte. Einmal musste er ihm sogar nach Bologna nachreisen um Geld zu bekommen. Dazu kamen noch einige Intrigen von Leuten, die gerne gesehen hätten, dass Michelangelo an der Malerei scheitern würde. Wie wir aber wissen, überwand er all diese Widrigkeiten, erkämpfte sich Freiraum im Kopf und erschuf atemberaubend schöne Fresken.

1980 begann man mit einer sehr aufwendigen und genauen Restaurierung. Immerhin musste der Schmutz von vier Jahrhunderten entfernt werden. Und die Schäden durch frühere, ziemlich pfuschige Versuche der Reinigung. Da man bis zu diesem Zeitpunkt nur recht verwaschene und bräunliche Bilder kannte, waren die freigelegten und nachgefärbten Kunstwerke eine wahre Offenbarung. Sämtliche Kritiker mussten ihre Meinung über Michelangelos Fähigkeiten als Maler neu überdenken, denn erst jetzt sah man, mit welcher Sanftheit, Präzision und Farbenfreude er gemalt hatte.

 


 
















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