Kalenderblatt für den 27. Oktober


Meuterei

Am 27. Oktober 1792 wurden zwei zum Tode verurteilte Seemänner durch königlichen Erlass begnadigt und freigelassen. Angeklagt hatte man sie der Meuterei. Auf der bis dahin berühmt gewordenen Bounty.

Kalenderblatt Bild27. Oktober – Kalenderkunde
Bligh und die anderen verlassen die HMS Bounty und steigen in das Beiboot. Künstler: Robert Dodd, 1790

Gegen den kommandierenden Leutnant William Bligh, der allgemein als exzellenter Seemann galt, aber anscheinend beim sozialen Fingerspitzengefühl leer ausgegangen ist.

Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg hatte die britischen Kolonien in der Karibik in Schwierigkeiten gebracht. Ihnen fehlten Grundnahrungsmittel, um die Sklaven auf den Plantagen zu ernähren. Daher wurde von der englischen Marine ein Kohletransporter gekauft, der genügend Stauraum für eine große Menge an Brotfrucht-Setzlingen haben sollte.

Stauraum war die eine Sache, beengte Verhältnisse für die Besatzung eine andere. Zwar waren 46 Mann genug für die Arbeit auf dem Segler, davon aber waren nicht einmal die Hälfte echte Matrosen. Einer der vielen Gründe, warum schon auf der Hinfahrt nach Tahiti gemurrt wurde. Weitere Gründe waren die Strenge des Kapitäns und die Unfähigkeit mancher Offiziere.

Am 25. Oktober 1788 erreichten sie Tahiti und verbrachten dort fünf anscheinend wundervolle Monate, da man die Stecklinge noch nicht sofort ziehen konnte. Man kann davon ausgehen, dass kaum jemand gerne wieder an Bord ging. An Bord und an Land etliche gebrochene Herzen.

Jetzt, mit einer riesigen Menge an Jungpflanzen an Bord, war es ziemlich eng, man hatte das Paradies verlassen und es war heiss. Kein Wunder also, dass die Mannschaft nach ein paar kleinen Ungerechtigkeiten meuterte. Man setzte den Kapitän und 18 weitere Männer in die Barkasse mit etwas Proviant. Die Schimpftiraden beiderseits müssen wohl legendär gewesen sein.

Die Bounty segelte zuerst zurück nach Tahiti und sammelte dort die zurück gebliebenen Herzensdamen ein. Dann ließ man sich eine Weile auf der Insel Tubuai nieder. Dort gab es allerdings blutigen Streit mit den Einwohnern, bis man wieder zurück nach Tahiti fuhr. Trotz der realen Gefahr entdeckt zu werden, blieben einige der Meuterer auf der Insel. Die anderen fuhren mit einigen Polynesiern beiderlei Geschlechts zu den sehr versteckten und unbewohnten Pitcairn-Inseln und lebten dort recht zufrieden, nachdem sie die Bounty versenkt hatten. Noch heute bestehen die 61 Einwohner der 4,5 qm kleinen Insel hauptsächlich aus deren Nachfahren.

Und Bligh? Er schaffte unglaubliche 5.800 km in einem völlig überladenen Ruderboot mit kleinem Segel zur nächsten bekannten europäischen Niederlassung oberhalb Australiens. Zwölf der Leute kehrten auf den verrücktesten Strecken dann nach England zurück. Man entsandte ein Kriegsschiff nach Tahiti, wo die verbliebenen 14 Meuterer gefangen wurden. Vier von ihnen ertranken auf dem Rückweg als das Schiff sank, vier wurden freigesprochen, vier gehängt und die letzten zwei, wie zu Anfang erwähnt, am 27. Oktober 1792 begnadigt.

Einmal im Jahr basteln die Einwohner Pitcairns ein Modell der Bounty und verbrennen es im Wasser.

 


 

 


 
















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