Kalenderblatt für den 9. Oktober


Che

Ernesto Rafael Guevara de la Serna, bürgerliches Kind einer argentinischen Familie schaffte es auf das wohl berühmteste Foto der Welt.

Kalenderblatt Bild9. Oktober – Kalenderkunde
Das Originalbild von Alberto Korda, 1960 Guerrillero Heroico – Che Guevara at the funeral for the victims of the La Coubre explosion

Im März 1960 explodierte ein Munitionsfrachter im Hafen Havannas und in der darauf folgenden öffentlichen Trauerfeier machte der Fotograf Alberto Korda dieses Foto genannt: Guerrillero Heroico, Che Guevara.

Da keine Zeitung das Bild wollte, wurde es nach Italien verschenkt und später mit (angeblicher) Hilfe von Andy Warhol zum wohl bekanntesten und am meist kopierten Bild weltweit. Keine Studenten-WG zu meiner Jugend, wo nicht Che an der Wand oder auf dem T-Shirt war.

Che selbst wäre diese posthume Stilisierung zur linken Ikone wahrscheinlich unangenehm gewesen. Obwohl er zur Durchsetzung seiner Ziele gar keine Gewalt gescheut hat, setzten ihn linke Intellektuelle auf einen unerreichbar hohen Thron. Jean-Paul Sartre nannte ihn sogar den „vollständigsten Mensch unserer Zeit“. Wolf Biermann sang über ihn in einem Lied als „Jesus mit der Knarre“. Und man kann tatsächlich sagen, das die Verehrung fast schon religiöse Züge annahm.

Vermutlich war sein Auftreten auch charismatisch. Immerhin, er sah gut aus, setzte sich für andere Länder mit seinem Leben ein und zog als revolutionärer Befreier durch die Welt. Kuba, Kongo und zuletzt Bolivien, wo er seinen Tod fand.

Die Wahrheit werden wir wohl aufgrund seiner hohen Verehrung nicht mehr erfahren aber als Politiker war er wenig erfolgreich. Nach der Revolution auf Kuba führte er ein blutiges Regiment gegen die alten Anhänger Batistas. Ihm wurde mehrfach nachgesagt, die Todesurteile genossen zu haben. Als Regierungsmitglied war er noch am ehesten als Vorzeigeheld erfolgreich. Seine Taten dagegen sind wenig diplomatisch gewesen. Er legte gegen den Wunsch der Regierung einen Kranz an Stalins Grab ab und während der Kubakrise bemängelte er das Einknicken der Sowjetunion. Tatsächlich hätte er das Abfeuern der Atomraketen begrüsst.

Seine ideologische Haltung prallte mit der eher pragmatischen Haltung der Castro-Brüder zusammen. Daher legte er 1965 alle kubanischen Ämter nieder und verschwand in den Kongo um dort Revolutionen anzuführen. Allerdings enttäuschte ihn das Phlegma der dortigen Anführer so sehr das er nach kurzer Rückkehr nach Kuba 1966 nach Bolivien ging. Wieder eine Rebellion. Das Volk gegen den Imperialismus. Che gegen die CIA, die USA und überhaupt.

Am 9. Oktober 1967 wurde er dort ohne Prozess erschossen, nachdem man ihn tags zuvor gefangen hatte. Ein märtyrerhaftes Ende. Passend für Che Guevara.

 


 
















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