Kalenderblatt für den 14. August


Navajo-Code

Navajo haben im 2. Weltkrieg den Funkverkehr der USA teils übernommen und damit unabhörbar gemacht.

Kalenderblatt Bild14. August – Kalenderkunde
Navajo-Indianer

Navajo sind der größte Indianerstamm in Nordamerika mit derzeit ca. 330.000 Personen. Ihre Heimat und ihr Stammesgebiet liegt hauptsächtlich in Arizona und New Mexico. Ein Gebiet, wo man jederzeit einen klassischen Western drehen könnte. In optischer Hinsicht. 

Apachen und Navajo sind miteinander verwandt. Erstere galten allerdings als Nomaden, wogegen die Navajo recht früh zu Ackerbauern und damit seßhaft geworden waren. Ihre Stammesgeschichte ist, wie alle Geschichten der indianischen Völker, blutig und mit unschönen Erlebnissen durchsetzt. Eine Episode aber führt uns zum heutigen nationalen Tag der USA, dem National Navajo Code Talkers Day.

 Die Sprache der Navajo wird derzeit noch von ca. 150.000 lebenden Personen gesprochen. Leider ist diese Zahl rückläufig, da viele Kinder nur noch englischsprachig aufwachsen. In ihrem Stammesgebiet wird daher an Schulen verstärkt auf die Sprache der Navajo Wert gelegt. Das Problem dabei ist, dass diese Sprache am besten von Kindesbeinen an gelehrt wird, denn sie ist unglaublich komplex und (im schönsten Sinne) ziemlich unlogisch.

Verben haben unterschiedliche Stämme. Das sei kurz erklärt an dem Verb geben. Die Verbformen sind abhängig von dem Gegenstand, auf den Bezug genommen wird. Es gibt elf Verbstämme für Dinge, die mit der Hand gegeben werden können. Einen z.B. für flüchtige Stoffe wie Nebel, Grashaufen etc. Und einen anderen für schmale, unbiegsame Gegenstände wie Pfeile, Sägen, Löffel.

Will man also den Satz sagen: "Gib mir doch bitte das Heu," muss das Verb níłjool benutzt werden. Bittet man um eine Zigarette, lautet es nítįįh. Und es gibt noch weitere Unterformen, die beschreiben ob der Sprecher das Gesagte selbst erlebt oder nur beobachtet hat. Ein einzelnes Verb kann schon eine ganze Geschichte erzählen.

Im zweiten Weltkrieg fing die moderne Kryptographie an. Man setzte schon Maschinen zur Dechiffrierung und zum Codeknacken ein und es war bei einem mathematisch-logischen Code nur eine Frage der Zeit, bis man auf den Schlüssel kam. Da Sieg oder Niederlage oft durch sichere Kommunikation definiert wurde, kam der Sache sehr große Bedeutung bei.

Und so kam es, dass irgend ein findiger Mensch die Navajo um Hilfe bat. Eine Gruppe von ihnen setzte sich hin und ergänzte die Sprache um ein paar militärische Begriffe. Flugzeuge bekamen Vogelnamen, andere Dinge wurden sehr blumig umschrieben. Damit musste kaum geschult werden und man setzte eine Menge an Navajo an die Funkgeräte. Wie ein japanischer Codespezialist lange nach dem Krieg bekannte, war vieles entschlüsselt, aber der Navajo-Code blieb ungeknackt.

 


 Windtalkers, ein Film von 2002, der den Einsatz von Navajo-Code zum Thema hat.
















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