Kalenderblatt für den 10. August


Op Hades

Schmuggel von Plutonium auf dem Münchner Flughafen. Glücklicherweise vom BND vereitelt. Und wie sich herausstellte auch von ihm inszeniert.

Kalenderblatt Bild10. August – Kalenderkunde
Der BND-Adler

Der deutsche Geheimdienst BND hat seinen Hauptsitz in Pullach, Bayern. Seine Aufgabe ist es, die Regierung über das Ausland zu informieren. Er ist einer von drei Nachrichtendiensten, die wir haben. Als weitere gibt es noch den MAD (militärischer Abschirmdienst) und den Verfassungsschutz.

Sein Image als verfilzte und weitestgehend untaugliche Behörde unterstreicht der BND immer wieder durch spektakuläre Fehlschläge. Durch den Zusammenbruch der DDR kamen Fakten an den Tag wie untauglich und unterwandert die Schlapphüte in diese Richtung war. Dann das abgehörte Handy der Kanzlerin und die durch Edward Snowden aufgedeckten Abhängigkeiten vom US-Geheimdienst.

Es liegt in der Natur eines Geheimdienstes nicht mit allen Leistungen offiziell zu glänzen. Es sind mit Sicherheit auch lobenswerte Taten in Pullach zu finden, jedoch ist die Verhaftung von Plutonium-Schmugglern keine davon.

Am 10. August 1994 wurden sowohl am Münchner Flughafen als auch in einem dortigen Hotel drei Herren verhaftet, die Plutonium und Lithium-6 geschmuggelt hatten. Eine spektakuläre Verhaftung, großartige Leistung ges BND, der damalige BND-Präsident Konrad Porzner wurde allenthalben gelobt.

Nur stellte sich durch Recherchen des SPIEGEL-Magazins heraus, dass die ganze Sache auch vom BND initiiert worden ist. Ein Scheinankauf, dessen Nutzen auch nicht so ganz erkennbar war. Man hatte beweisen wollen, dass ein solcher Plutoniumhandel möglich sei und es einen weltweiten Schwarzmarkt gäbe. Das Ganze nannte sich Operation Hades. Ob er dazu beauftragt worden wären, wollte der BND nicht beantworten. Darauf ließ sich die Sache kaum noch verschweigen. Konsequenz musste gezeigt werden und es kam zu einem Untersuchungsausschuß.

Dabei erzählte einer der Schmuggler eine ganz andere Sicht der Dinge. Der ganze Handel sei mit Wissen des BND zustande gekommen um bei der Verhaftung einen politischen Erfolg für die kommenden Landtagswahlen zu produzieren. Des weiteren sei er massiv bedroht worden, dem Ausschuß gegenüber zu lügen.

Die Politik distanzierte sich klar vom BND. Es wurde dennoch gemauschelt, fabuliert, von höheren Notwendigkeiten gesprochen und der gesamte Aufklärungsprozess versandete. Nach drei Jahren kam der Ausschuß zu dem Ergebnis, dass sich alle Beteiligten eigentlich korrekt und fein verhalten hätten. Woher genau das Plutonium kam, wisse man nicht. Na gut, es kam mit der Lufthansa aus Moskau aber das sagt ja nichts.

Die drei Schmuggler erhielten kleine Haftstrafen, alle behielten ihren Job und ziemlich viele Politiker stellten ganz offen die Frage ob der Nutzen des BND den Schaden denn wirklich aufwiegen würde.

 


 

 


 Der Standort in Pullach
















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