Kalenderblatt für den 6. August


Little Boy

Little Boy, der kleine Bruder von Fat Man, war die erste Atombombe, die je in einem Krieg eingesetzt wurde. Sie zündete am 6. August 1945 über Hiroshima und ist in ihrer verheerenden Wirkung noch heute das Symbol für unglaubliche menschliche Dummheit.

Kalenderblatt Bild6. August – Kalenderkunde
Der Atompilz der zweiten Bombe über Nagasaki stieg 18 km hoch

Am 6. August sind in vielen Jahren viele spannende Sachen passiert. Z.B. hat Simón Bolívar Venezuela 1813 erobert oder Gertrude Ederle durchschwamm als erste 1926 den Ärmelkanal. Aber das und vieles mehr wird einfach von der Hiroshima-Bombe überschattet. Oder sagen wir in aller Ironie, überstrahlt.

Dem Abwurf der Bombe sind viele Dinge vorausgegangen. Man war sich sicherlich nicht im vollen Umfang der verheerenden Wirkung einer Atomexplosion bewußt, doch es wurde darauf spekuliert, dass vermutlich schon eine Bombe reichen würde, Japan zur Kapitulation zu zwingen. Denn wie bei Kriegen so üblich, gibt es keine guten Gegner, keine bösen Angreifer. Die Überlegung, mit dem Abwurf weit schlimmere Greuel zu verhindern, spielte eine wichtige Rolle.

Japan hatte extrem expansive Absichten. Der Angriff auf Pearl Harbor im Jahr 1941 hatte den zweiten Weltkrieg erst zu einem Weltkrieg gemacht. Die USA wurden zum Eingriff gezwungen und viele Kolonien Europas in Asien wurden von Japan eingenommen. Und das waren beileibe keine kleinen Scharmützel, die damaligen Japaner ließen an Grausamkeit nichts zu wünschen übrig.

Die US-Amerikaner befürchteten neben einem langen und viele Menschenleben kostenden Kampf in Asien auch den Eintritt der Sowjetunion in diesen Teil des Krieges. Daher wurden Kapitulationsforderungen geschickt (die Potsdamer Erklärung), die aber nicht ernst genommen wurden. Japan hoffte immer noch auf Friedensverhandlungen zusammen mit Russland um die bereits eroberten riesigen Gebiete behalten zu können.

Daher wurde Little Boy über Hiroshima abgeworfen. Die Auswirkungen waren desaströs. Zehntausende Menschen verdampften sofort, hunderttausende starben an den Folgen.

Die USA hofften auf eine sofortige Reaktion. Wären sich die japanischen Machthaber darüber im Klaren gewesen, was in Hiroshima passiert war, wäre es wohl auch dazu gekommen. Die Explosion hatte nur leider auch allen Kontakt abgebrochen. Telegrafenleitungen waren weg und Außenstehende berichteten lediglich von einer riesigen Explosion, man vermutete eine Munitionsfabrik sei in die Luft geflogen. Und so stritt man, trotz der Erklärungen und Forderungen der USA weiter herum und zeigte sich im Kabinett von Tokio uneinsichtig. Selbst als Stalin, genau 90 Tage nach Kriegsende in Europa nun ebenfalls Japan den Krieg erklärte, wollte man noch günstig verhandeln und stellte inakzeptable Forderungen.

So kam es am 9. August zur zweiten und letzten Atombombenexplosion während eines Krieges. Diesmal Nagasaki, wieder unglaublich grauenhaft. Und man mag es nicht glauben, auch diesmal stritt man sich über die Kapitulation. Die Generäle forderten ihre Truppen zu selbstmörderischen Angriffen auf, bis am 14. August der Kaiser Hirohito ein Machtwort sprach und bedingungslos kapitulierte. 

Es gibt heute noch eine Menge an kontroversen Diskussionen zu den Abwürfen. Es wird gesagt, dass die zu erwartenden Totenzahlen bei einer konventionellen Invasion in die Millionen gegangen wäre. Andererseits wird auch auf die Möglichkeit hingewiesen, dass die Bomben über weit unbesiedelteren Gebieten hätten gezündet werden können, nur um ihre Macht zu demonstrieren.

Glücklicherweise hatten die Bomben auch die Wirkung, viele Menschen zu aktiven Gegnern solcher Greuel zu machen. Friedensbewegungen entstanden daraufhin, japanische Frauen sammelten z.B. millionenfach Unterschriften zur Ächtung von Atomwaffen und in Deutschland kam es 1957 zur Kampf-dem-Atomtod-Bewegung gegen die geplante atomare Aufrüstung. Es bleibt zu hoffen, dass es nie wieder eine Atombombenexplosion geben wird.

 


 
















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