Kalenderblatt für den 22. Juli


Falkirk

Der Weg zu Schottlands Unabhängigkeit ist gespickt mit Tragödien, Schlachten, Verrat und Helden. Eines der Ereignisse ist die Schlacht von Falkirk, die am 22. Juli 1298 stattfand.

Kalenderblatt Bild22. Juli – Kalenderkunde
The Trial of William Wallace at Westminster, von Daniel Maclise

Den meisten von uns fällt vermutlich sofort Mel Gibson ein, wie er blutbeschmiert Rache an den englischen Besatzern nimmt. Aber bevor wir zu seinem Vorbild, William Wallace kommen, lassen sie uns kurz auf die blutige Entstehungsgeschichte schauen.

Schottland war seit 843 ein durch eigene Könige regiertes Land. Skoten und Pikten als vereintes Volk. Eine Reihe von illustren Königen (unter anderem Macbeth, ja genau, der von Shakespeare) konnten den Einfluss von Englands Seite im Zaum halten. 1286 allerdings kam König Alexander III. von Schottland bei einem Sturz von seinem Pferd ums Leben. Leider sind seine Söhne vor ihm verstorben und der einzige Sproß der Familie war Margarete, die aber leider erst drei Jahre alt war und am norwegischen Hof lebte. 

Man beschloss, bis zu ihrer Volljährigkeit eine Gruppe von sechs Guardians of the Kingdom regieren zu lassen. Und wenn uns die Geschichte eins gelehrt hat, dann dass so etwas keine gute Idee ist. Der Streit war vorhersehbar und zu warten, bis Margarete volljährig sei, gefiel niemandem. Damit es keinen Bürgerkrieg gäbe, baten sie den englischen König um Rat. Dieser (sogar der Großonkel der Kleinen) schlug vor, dass sein eigener Sohn Margaretchen heiraten solle. Und damit waren die meisten einverstanden.

Aber keine gute Geschichte mag einfache Lösungen. Die Kleine verstarb bei der Überfahrt von Norwegen. Und wieder fragte man König Eduard I. von England um seinen Rat. Er bestimmte den nächstsinnigen Adligen namens John Ballister. Der sollte ihm hörig sein, war es aber nicht. Und als er sich Frankreich zuwandte, hatten die Engländer den willkommenen Anlass, Schottland einzunehmen. Ballister wurde im Tower of London eingekerkert und die die Schottischen Unabhängigkeitskriege hatten begonnen.

Im Jahr 1297erhoben sich die Schotten unter William Wallace und Andrew de Moray gegen ihre Besatzer. Vermutlich wurde Wallace Frau tatsächlich, wie im Film Braveheart dargestellt, von einem englischen Statthalter ermordet, da sie ihrem Mann zur Flucht verholfen hatte. In der Schlacht von Stirling Bridge gelang Wallace ein beeindruckender Sieg gegen eine vierfache Übermacht und eine Zeitlang schien sein Weg der kleinen Überfälle und patriotischen Schlachten der erfolgreichste zu sein. Leider fehlte ihm aber nach und nach die Unterstützung seiner adligen Landsleute, denn die hatten zum Teil auch Besitztümer auf englischem Gebiet und wollten durch eine Parteinahme nicht ihren Status verlieren.

Die Stirlingsche Schlacht war bitter für England und sicher nichts, was sie auf sich beruhen lassen konnten. Daher zwangen sie die Schotten zu einer Entscheidungsschlacht nahe der Stadt Falkirk. Und diesmal gewannen die Engländer. Eine der unschönen Szenen war, dass die schottische Kavallerie, zumeist bestehend aus Adligen, sich aus dem Kampf zurückzog. Es gab das Gerücht von Bestechung aber man ist sich heute sicher, dass Wallace vorhatte sie zu opfern um größere Verluste bei den Engländern zu erzielen. Und in dem Moment, wo sie das Feld verliessen, war die Niederlage schon zu erkennen. Daher ist ihnen kein rechter Vorwurf zu machen.

Wallace konnte übrigens fliehen und wurde erst sieben Jahre später durch Verrat gestellt und in London grauslig hingerichtet. Aber aus seiner Rebellion wurde Politik und sein Nachfolger im Geiste Robert the Bruce kämpfte mit allen Mitteln bis 1328 endlich die Unabhängigkeit Schottlands unter ihm anerkannt wurde.

 


 

 


 
















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