Kalenderblatt für den 12. Januar


Wasa

Schweden krönt seinen neuen König Gustav I. Wasa im Dom zu Uppsala am 12. Januar 1528. Er führte die Schweden in die Unabhängigkeit von Dänemark.

Kalenderblatt Bild12. Januar – Kalenderkunde Gustav I. Wasa, Gemälde vom Jakob Bink

Margarete die Erste, Chefin über Dänemark erbte die norwegische Krone und besorgte sich 1388 auch die Regentschaft über Schweden. Sie setzte ihren Neffen in Kalmar als König über die drei Reiche ein. Diese Kalmarer Union regierte lange Zeit und setzte zur Unterstützung Verwalter über Teile des Reiches ein.

Gustav, ein Sohn aus höherem Hause bekam seine schulische und universitäre Ausbildung in Uppsala. Dort lernte er u.a. Deutsch und Latein. Danach kam er an den Hof des schwedischen Reichsverwesers und Ritter Sten Sture. Hier gab es eine hübsche Ausbildung in standesgemäßem Benehmen, Fechtunterricht, Diplomatie. Er wurde Offizier.

Dann begann sich Sten Sture offiziell gegen den dänischen König Christian II. aufzulehnen. Bei einer verlorenen Schlacht war Gustav einer der sechs Personen, die die Verhandlungen danach führen sollten. Der dänische König war allerdings nicht willens in irgendeiner Form zu reden, nahm die sechs Unterhändler schlicht gefangen und brachte sie nach Dänemark. Das war beileibe nicht seine einzige unritterliche Tat. Doch zunächst zu Gustav.

Die sechs Schweden wurden auf der kleinen dänischen Insel Kalø gefangen gehalten. Zwei von ihnen wurden zum Seitenwechsel überredet, die anderen blieben loyal. Nach einiger Zeit gelang Gustav Wasa die Flucht. Er verkleidete sich als Bauer und schlug sich abenteuerlich über Flensburg bis nach Lübeck durch.

Die Lübecker waren als Hansestadt beständig mit Dänemark in Streit und fanden Christian II. wegen eines Handelsverbots mit Schweden ziemlich doof. Sie halfen Gustaf gerne und nach einem halben Jahr konnte er wieder nach Schweden geschmuggelt werden. Inzwischen hatte Sture eine entscheidende Schlacht verloren und war tödlich verletzt. Schweden wurde immer weniger autonom und Christian plante seine Krönung in Stockholm.

Gustav wurde inzwischen landesweit steckbrieflich gesucht. Er ahnte, dass die Krönung nicht nur formal eine Katastrophe für Schweden sein würde. Erfolglos versuchte er seine Landsleute zur Rebellion anzuregen aber die mochten nicht. Enttäuscht machte er sich auf Skiern von der Stadt Morla auf in die nördlichen Berge.

Kurz vorher kam es zum Stockholmer Blutbad. Christian II., ganz der unsportliche Gewinner wollte die Schweden einschüchtern, ließ Stockholm abriegeln und eine große Menge an führenden Köpfen, nun ja, köpfen. Im ganzen Land starben über 600 wichtige Personen u.a. Vater und Bruder von Gustav. Aber anstatt sich zu ducken, erstarkte der Freiheitswille und das Volk stand auf. Keine Drohung half mehr.

In Morla erinnnerte man sich an Gustav, als die schreckliche Nachricht eintraf. Man schickte zwei der besten Skiläufer aus, ihn wieder zurück zu bringen. Nach 90 Kilometern fand man ihn und erklärte, dass das mit dem Aufstand wohl doch eine prima Sache sei. Jetzt würden sie ihm auch folgen.

Und so tat es das Volk. Mit Hilfe der Lübecker Flotte schmiss man die Dänen raus und schaffte ein freies und deutlich glücklicheres Land. Gustav Wasa lebte und regierte noch bis 1560, geliebt von seinem Volk. Die Dänen schämen sich heute für dieses Geschichtskapitel und manchmal werden sie in Lübeck und Schweden noch ein wenig schief dafür angeschaut.

Übrigens wird der legendäre Skilauf von Mora nach Sälen alljährlich spektakulär sportlich als sog. Wasalauf veranstaltet.

 
















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