Kalenderblatt für den 2. Januar


Requiem

Wolferl Mozart schrieb zum Ende seines Lebens an seinem wohl beliebtesten Stück Musik, dem Requiem in d-Moll. Gesamt uraufgeführt wurde es 2 Jahre später am 2. Januar 1793.

Kalenderblatt Bild2. Januar – Kalenderkunde „Szene aus den letzten Tagen Mozarts“ von Eduard Friedrich Leybold (1798-1879)

Eine der Traumstellungen, die man als Musiker in Wien haben konnte, war die des Domkapellmeisters im Stephansdom. Satt bezahlt, mit 2.000 Gulden im Jahr, hätte man sowohl ein gesichertes Auskommen als auch eine unfraglich hochwürdige Stellung gehabt. Daher befleißigte sich Mozart vorab als Adjunkt, sprich unbezahlter Assistent des damaligen Domkapellmeisters.

Vorab eine kleine Information zu den Geldverhältnissen. Eine Magd bekam einen Gulden im Monat, ein Facharbeiter ca. 20. Mozart bekam für manche Auftritte 1.000 Gulden. Sein Jahreseinkommen betrug 10.000, umgerechnet in heutige Kaufkraft ca. 125.000 Euro. Er war also alles andere als arm. Ob seines gewollt aufwendigen Lebensstils war es aber auch kein Problem, das gesamte Geld und ein wenig mehr, auszugeben. Daher wäre eine Stellung mit sicherer Einkunft schon eine verlockende Idee.

Erst in seinen letzten Lebensjahren befasste er sich verstärkt mit Kirchenmusik. Es gibt ein paar angefangene Kyrie-Musikhäppchen aus dieser Zeit. Zusammen mit diesem Wissen, scheint es einleuchtend, dass ihm der Auftrag eines unbekannten Herrn über ein Requiem als ideale Aufgabe erschien.

Der Unbekannte erwies sich als Graf Franz von Walsegg, der öfter fremde Musikfedern kaufte und als seine ausgab. Das Requiem wollte er als das seinige zum Todestag seiner Frau aufführen lassen. Wie damals üblich, gab es eine Vorauszahlung und der Rest sollte zur Fertigstellung übergeben werden.

Kurz nachdem die Zauberflöte uraufgeführt wurde, erkrankte Mozart im September 1791 und war bis zu seinem Tod am 5. Dezember bettlägerig. Allerdings schrieb er wahrscheinlich währenddessen an dem Requiem.

Fertig gestellt wurde es nicht von ihm. Wahrscheinlich vervollständigten Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr, beides Schüler von ihm, das Werk. Zudem steuerte seine Frau Constanze noch einige Zettelchen und Notizen bei, die zumindest so viel Rahmen gegeben hatten, dass es stimmig vollendet werden konnte. Denn immerhin stand die Zahlung bei Vollendung noch aus.

Constanze Mozart hatte vermutlich eine Kopie angefertigt, denn das Requiem wurde in Gänze bei einem Benefizkonzert (zu ihrem und ihrer Kinder Gunsten) am 2. Januar 1793 aufgeführt. Knapp ein Jahr später führte Graf Walsegg das Requiem als das seine ebenfalls zum ersten Mal auf.

Erst im Jahr 1800 kam es zur Konfrontation. Constanze hatte nicht die Rechte an dem Requiem aber sie wollte das Gesamtwerk ihres Mannes an den Verlag Breitkopf & Härtel verkaufen. Daher trafen sich Witwe Mozart und der Graf bei einem Notar. Es kam zu einem unbekannten Vergleich und erst jetzt konnte das Werk in Gänze abgedruckt und veröffentlicht werden.

Es wurde und wird noch viel darüber gestritten, wie viel Noten denn jetzt von wem stammen. Nach außen ist der Streit aber vollkommen ohne Belang, denn das gesamte Werk ist in sich eine wahre Schönheit.
















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