Kalenderblatt für den 1. Januar


Alcatraz

Bundesgefängnisse sollen die Heimat von unverbesserlichen Schwerverbrechern sein. Die Insel Alcatraz wird am 1. Januar 1934 als solches in Betrieb genommen.

Kalenderblatt Bild1. Januar – Kalenderkunde
Robert Stroud (Birdman of Alcatraz). Mug shot 29 October 1951.

Im Jahr 1850 ist Kalifornien zu einem US-Bundesstaat geworden, nachdem sich Mexico und Amerika bekriegten. Die Insel Alcatraz liegt in der Bucht von San Francisco, ist etwas mehr als 8 Hektar groß und das Wasser drumherum ist echt kalt. Da die Bucht durch die berüchtigte Nebelbildung einige gesunkene Schiffe beherbergt, hatte man in logischer Konsequenz erst einmal einen Leuchtturm darauf gebaut.

Dann baute man 1853 ein Fort darauf und brachte auch gleich einige Kriegsgefangene dort unter. Bis 1903 waren die Gebäude allerdings so verfallen, dass man mit einigen Unterbrechungen begann, ein etwas haltbareres Gefängnis dort zu bauen. Da „The Rock“, sprich der Felsen wirklich unwirtlich erscheint, begann man auch mit der Legendenbildung des absolut ausbruchssicheren Gefängnisses. Dazu wurden auch schlimme Haie in das umliegende Wasser fabuliert. Tatsächlich gibt es dort höchstens ein paar harmlose Katzenhaie.

Von 1934 bis 1963 waren dort ca. 1.500 Gefangene. Darunter einige Berühmtheiten. Al Capone, der deutsche Spion Erich Gimpel oder Robert Stroud, der als der „Birdman of Alcatraz“ berühmt wurde. Er züchtete Kanarienvögel, schrieb während seines Gefängnisaufenthaltes ein paar Bücher über Ornithologie und erlangte in Fachkreisen ziemliche Bekanntheit.

Wie in jedem Gefängnis gab es auch hier Fluchtversuche. 14 an der Zahl mit insg. 34 Beteiligten. Aber es gibt keine bekundete erfolgreiche Flucht. Die meisten wurden wieder eingefangen, lediglich von 5 fehlt jede Spur. Rein theoretisch wäre es durchaus möglich gewesen, zu entkommen. Das Wasser in der Bucht ist zwar kalt aber ein geübter Schwimmer kann durchaus an Land kommen.

Bei dem berühmtesten Ausbruch gruben sich die Gefangenen mit Essbesteck durch die mürbe gewordenen Betonwände in Lüftungsschächte. Aus Regenmänteln hatten sie sich ein provisorisches Schlauchboot gebaut und so gut geplant, dass die Flucht erst neun Stunden später entdeckt wurde. Reste des Bootes fand man später an der Küste und das FBI stellte abschließend fest, dass die Gefangenen wohl ertrunken und in den Pazifik hinausgespült worden waren. Wahrscheinlich wollten sie sich nur keine Blöße geben und den Ruf des ausbruchsichersten Gefängnisses aufrecht erhalten. Diese Geschichte wurde übrigens mit Clint Eastwood in „Flucht von Alcatraz“ verfilmt.

In einigen nachgestellten Versuchen, z.B. von den Mythbusters und von Galileo konnte später bewiesen werden, dass es durchaus möglich wäre, mit einem solchen Schlauchbootersatz sicher anzulanden und zu entkommen. Auch hat es einige Schwimmer gegeben, die bewiesen hatten, dass man die Strecke ohne Hilfe schaffen kann. Allerdings ist die Kälte nur für geübte Sportler ungefährlich, ein schlecht ernährter Häftling hatte es nicht leicht.

1963 wurde das Gefängnis geschlossen. Das Salzwasser und schlechte Verarbeitung hatten den gesamten Bau mürbe werden lassen. Und da man wirklich alles, auch das Trinkwasser aufwendig per Schiff antransportieren musste, waren dem Staat die Kosten einfach zu teuer.

Heute ist Alcatraz ein wahrer Publikumsmagnet. Millionen Touristen besuchen den Felsen und erschauern wohlig, wenn sie während der Führung in die kleinen Zellen gesperrt werden.

 

















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