Die julianische Zeit


Der 27. Juni bzw. 7. Juli
Für diesen Tag gibt es zwei Bedeutungen. Zum einen gilt er als Gedenktag für die sieben Schläfer von Ephesos. Und zum zweiten und wahrscheinlich eher bekannt ist der Tag als schicksalsentscheidend für das Wetter im Sommer.

Kalenderblatt BildSiebenschläfer – Kalenderkunde
Von Michael Hanselmann @ http://www.michaelhanselmann.de/bilder.htm - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7773844

Doch zum ersteren: Die sieben Schläfer sind der Namensgeber, nicht aber das gleichnamige Tier, das nun mal weder heilig ist, noch irgend etwas für das Wetter kann.
Größtenteils wird der Siebenschläfer am 27. Juni gefeiert, Ausnahmen bilden die Region Regensburg (12. September) und Salzburg/Passau (13. September).
Seinen Ursprung hat er sowohl in einer christlichen Legende als auch im Koran. In letzterem ist in der 18. Sure die Rede von den Gefährten der Höhle, die für 309 Jahre schlafen. Bewacht von einem Hund, der zu ihren Füßen liegt. Die Anzahl Sieben ergibt sich aus einigen Kommentaren im Koran.

Die Legende wurde von einigen christlichen Denkern um das Jahr 500 schriftlich festgehalten.

Die Geschichte selbst ist reizend und passt ideal zur christlichen Denkweise.
Im Jahre 251 begab sich der römische Kaiser Decius nach Ephesus um die Sache mit der Christenausrottung persönlich zu überwachen. Wer erwischt wurde, starb gewiss keinen angenehmen Tod, wurde aber immerhin zum Märtyrer.
Unter den vornehmeren Familien gab es jetzt sieben Söhne die auch noch als Palastdiener bei obig genanntem Kaiser arbeiteten. Leider wurden sie verpetzt und weigerten sich, die alten Götter und Riten anzuerkennen. Ob ihrer Jugend und wahrscheinlich auch wegen ihrer Abstammung gab man ihnen noch ein wenig Bedenkzeit.

Wie es sich für zukünftige Heilige gehört, begannen sie Almosen zu sammeln und sich karitativ zu betätigen. Und sie suchten sich ein Versteck in einer Höhle in einem Berg namens Anchilus. Dort wollten sie in Ruhe zu ihrem Gott beten. Der Jüngste der sieben wurde regelmäßig geschickt um Brot zu kaufen. Zwar verkleidete er sich als Bettler doch als der Kaiser mitsamt seiner Schergen wieder in der Umgebung war, konnte er nur mit sehr wenig Nahrung zurück kommen. Hungernd schlafen sie so ein und legen ihre Seele in die Hände Gottes.

Decius ließ nun die Väter der Sieben foltern, die dann das Versteck preisgeben. In dem Glauben, das sie noch leben würden, ließ der Kaiser den Eingang zumauern.

Zwei Diener, die heimlich der christlichen Lehre angehören, schrieben diese Geschichte auf bleierne Tafeln und versteckten diese am Eingang der Höhle unter ein paar Steinen.

In der Regierungszeit Theodosius II (402-450) also rund 200 Jahre später, wollte jemand in Ephesus einen Stall bauen. Dazu verwendete er die praktischen Steine mit denen der Höhleneingang zugemauert war. Da nun der Eingang wieder geöffnet war, entschloss Gott sich, den Sieben ein neues Leben zu geben und ließ sie erwachen. Allerdings wurden sie auch im Unklaren darüber gelassen, ziemlich lange geschlafen zu haben.

Hungrig machte sich wie üblich der jüngste auf den Weg in die Stadt um einzukaufen. Inzwischen hatte sich jedoch in Ephesos das Christentum verbreitet, Kreuze waren auf den Stadtmauern angebracht und es gab einen Bischof. Bei der Bezahlung fiel der Junge allerdings dadurch auf dass seine Münzen noch aus der Zeit Kaiser Decius waren. Misstrauisch führten sie ihn zum Bischof, der nach einem Verhör mit zur Höhle geht. Dort lässt Gott die Gesichter der Sieben erleuchten und man ist gebührend beeindruckt. Kaiser Theodosius wurde gerufen und durch dieses Wunder von der Wiederauferstehung überzeugt. Nun entschliefen die Sieben endgültig und man erbaute eine Kirche über der Höhle.

Heute werden die Schläfer als Schutzpatrone der Schiffer und der Schlaflosen angesehen. Und man kann die weitverzweigten Höhlen in Ephesos gut besuchen. Dort ließen sich auch später noch einige Christen begraben, vielleicht in der Hoffnung auf eine Wiederauferstehung.

Der meteorologische Siebenschläfer

„Ist der Siebenschläfer nass, regnet´s ohne Unterlass.“
„Das Wetter am Siebenschläfertag, sieben Wochen bleiben mag.“
So lauten die bekannten Bauernregeln für diesen Tag.

Kurzgefasst besagt die Regel das das Wetter für sieben Wochen so ist, wie an diesem Tag. Da allerdings die Regel schon deutlich älter als Papst Gregor ist, der 1582 den Kalender umstellen ließ, müsste dieser Tag 10 Tage weiter auf den 7. Juli gelegt werden.

Diese Regel gilt als meteorologische Singularität. Das bedeutet, dass sie mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit tatsächlich zutrifft.
Man hat die Beobachtung gemacht, dass diese Regel in der ersten Juliwoche zu 60-70% zutrifft. Um München herum sogar bis zu 80%.










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