Die julianische Zeit


Die verschiedenen Kalender sind kompliziert. Sehr kompliziert sogar. Die Zusammenarbeit über kulturelle Grenzen und Zeitzonen hinweg ist also immer mit einer mehr oder weniger aufwendigen Berechnung verbunden. Das stellt komplexere Programme und, wie früher eher notwendig war, astronomische Berechnungen vor große Hürden.

Kalenderblatt BildJulianische Zeit – Kalenderkunde
„Julius Caesar Scaliger – Imagines philologorum“ von ? http://www.telemachos.hu-berlin.de/bilder/gudeman/gudeman.html. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons

Um einen gemeinsamen Nenner für alle verschiedenen Systeme zu finden, hat im 16. Jahrhundert der französische Geschichtsschreiber Joseph Justus Scaliger sich eine Form ausgedacht um eine Gemeinsamkeit zu finden. Es wurden einfach die Tage seit dem 1. Januar 4713 BC gezählt. Damit hat man keine Schaltjahre, unregelmäßige Monate oder sonstiges unrhythmische Schwierigkeiten.

Es gibt zwei Theorien, wie es zu der Namensgebung kam. Einerseits kann es auf dem julianischen Kalender basieren, andererseits vielleicht auf den Namen des Vaters, Julius Caesar Scaliger. Dabei hat sich die Abkürzung JD eingebürgert, die für ‚Julian Date‘ steht. Man muss aufpassen, das das Datum nicht mit dem julianischen Kalender verwechselt wird.

John Herschel, ein britischer Astronom hat 1849 vorgeschlagen, dieses System in der Astronomie als Grundlage zu benutzen. Ebenfalls wurde von ihm der Dezimalteil in der Tageszahl eingeführt um Uhrzeiten darzustellen. Dabei wurde der Tageswechsel auf 12 Uhr mittags gelegt, vermutlich damit die englischen Astronomen nachts keinen Datumswechsel hatten.

Damit war ein System geschaffen, das in allen möglichen Fällen als Vergleich dienen konnte. Bei der Vielzahl an geschichtlichen Wirrungen in den Datumsangaben ganz klar ein Vorteil. Aber leider klingt es sehr unromantisch wenn man angibt JD2453750 geboren zu sein. Daher wird im Allgemeinen eher das gregorianische oder julianische Datum angegeben, wenn wir uns unterhalten. Ist einfach menschlicher.

In der Astronomie und in Programmiersprachen werden Datum und Zeit als fortlaufende Zahl dargestellt. Dabei bilden die ganzen Zahlen die Tage und die Nachkommastellen zeigen die Zeit an. Ein Beispiel: 25. März 2010, 16:30 Uhr UT (gregorianisch) entspricht dem astronomischen JD 2.453.750,1875. Das chronologische JD wird ebenfalls ab dem 1. Januar 4713 BC gezählt aber in ganzzahligen Schritten. Hier fängt der Tag um 12 Uhr mittags UT an.

Da die lange Zahl manchmal unpraktisch ist, gibt es noch andere Varianten. Die Programme Excel, Lotus und Delphi z.B. benutzen das Dubliner Julianische Datum (DJD). Hier beginnt die Zählung am 31. Dezember 1899 um 0 Uhr.

Wichtig ist das julianische Datum im Internet. Da die kleinen Datenpakete einen sehr genauen Zeitstempel brauchen um auch in der richtigen Reihenfolge am Ziel anzukommen, sucht man einen Taktgeber, eine Zeit auf die sich sowohl Empfänger als auch Sender supermillisekundengenau vergleichen können. Oft sind das die GPS-Satelliten, die wahnsinnig genaue Uhren im Bauch haben. Und diese Zeitform wird in julianischer Zeit angegeben. Herr Scaliger ist heutzutage weltweit gültig.










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