Der jüdische Kalender


Sollte ein Kalender Maßstab für die Komplexität einer Kultur sein, dann ist die jüdische Kultur definitiv sehr vielschichtig. Die Schönheit dieses Kalenders liegt u.a. im Umgang mit den Schaltjahren.

Kalenderblatt Bild„JudischerKalender-1831 ubt“ von photo
© 2004 by Tomasz Sienicki Eigenes Werk (photo 13. November 2004).
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Er ist professionell als Lunisolarkalender zu bezeichnen. D.h. er orientiert sich sowohl am lunaren wie am solaren Jahr. Daher braucht es einer Anpassungsregelung um die verschiedenen Längen anzupassen denn der Unterschied zwischen Sonnen- und Mondjahr beträgt 11 Tage.

Der jüdische Monat richtet sich nach dem Mond und beginnt mit Neumond.
In einem Zyklus von 19 Jahren wird sieben mal ein zusätzlicher Monat in das Sonnenjahr hinzugefügt. Diese Jahre sind im Zyklus festgelegt als das 3., 6., 8., 11., 14., 17. und 19. Jahr. Der Schaltmonat wird dann vor den Monat Adar eingefügt. Dieser heisst dann Adar II oder We-Adar (Und-Adar) oder noch Adar-scheni (zweiter Adar). Damit gibt es zwölf Gemeinjahre mit zwölf Monaten und es gibt sieben Schaltjahre mit je 13 Monaten.

Aber damit noch nicht genug, können die Schaltjahre regulär, übermäßig oder vermindert sein. Diese Ausnahmen ermöglichen aber eine sehr hohe Genauigkeit. Der jüdische Monat weicht damit vom tatsächlichen Monat im Durchschnitt nur 0,42 Sekunden ab.

Die Religionsgemeinschaft / Volksgruppe der Karaiten lehnen übrigens die Einführung eines Schaltmonats ab und regeln dies durch die Reife der Gerste. Diese Regelung entnehmen sie der wörtlichen Auslegung der Tora.

Auch der Beginn des Monats unterliegt strengen und vielen Regeln. Wie bei fast allen Mondkalendern beginnt der Monat mit Neumond, d.h. am Tage der ersten Sichtbarwerdung der Mondsichel nach Neumond.
Allerdings kann der Jahresanfang, der Rosch Ha-Schanah nach fünf Regeln verschoben werden, so das durch die festgelegte Monatslänge die Monate also nicht immer mit Neumond zusammenfallen müssen.

Diese Regeln, die den Jahresanfang regeln, sind z.B. die Verschiebung des Rosch Ha-Schanah auf den folgenden Tag, wenn das Neulicht erst nach 18 Uhr eintritt. Ebenfalls wird verschoben, wenn das Neulicht auf einen Mittwoch, Freitag oder Sonntag fällt. Und selbstverständlich kann die erstgenannte Regelung auch automatisch die zweitgenannte auslösen.
Dazu kommen noch weitere Regelungen, die allesamt die Jahreslängen verschieben können. Dazu noch die Schaltjahresregelungen und man hat tatsächlich sechs verschiedene Jahreslängen, die zwischen 353 und 385 Tagen liegen.

Der jüdische Kalender beginnt absolut mit Beginn der Schöpfung. Das ist für unsere Zeitrechnung das Jahr 3761 v. Chr.. Dieses Datum begründet sich durch die Berechnungen des Gelehrten Hillel II, die sich nach den biblischen Chroniken richteten. Damit sind wir also im Jahr 5774 nach jüdischer Zeitrechnung.

Der jüdische Tag beginnt um 18 Uhr. Diese Festlegung, unabhängig vom Sonnenuntergang ist vermutlich auf eine etwas pragmatischere Regelung zurück zu führen. Eingeteilt wird der Tag in 24 Stunden, diese aber nicht in Minuten sondern in 1080 Teile. Ein solches Teil ist 3 1/3 Sekunden lang und heisst Chelek und hat die Abkürzung P. Eine Uhrzeit in gebräuchlicher israelischer Ausdrucksweise könnte dann 14H 540P sein. Das entspräche einer guten Zeit zum Aufstehen, nämlich 8:30 Uhr.
Im übrigen findet der jüdische Kalender in Israel ganz normale Anwendung. Hier existiert im täglichen Gebrauch ebenso der gregorianische Kalender, der aber eher im Zusammenhang mit Handel und Tourismus Gebrauch findet.










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