Der gregorianische Kalender


Unsere Erde braucht 365,2425 Tage ( 365 Tage, 5 Stunden, 49 Minuten, 12 Sekunden ) um die Sonne zu umkreisen. Ziemlich unrunde Zahl.

Kalenderblatt BildDer gregorianische Kalender – Kalenderkunde

Und man sollte staunen, dieser Wert ist schon länger bekannt, denn tatsächlich bedarf es keinerlei Computer oder Satelliten um das festzustellen. Es ist möglich, diese Dinge durch reine Beobachtung und einer entsetzlich großen Menge an Geduld, festzustellen.

Es gibt einige alte Bauten, die vermutlich u.a. diesen Beobachtungen dienten oder sie zur Grundlage hatten. Ein flaches Hügelgrab in Irland bei Newgrange wurde so erbaut, dass nur zur Wintersonnenwende die Sonne den gesamten langen Gang hereinscheint. Berühmter Vertreter dieser Zunft ist der Steinkreis bei Stonehenge. Es ist ziemlich schwer, astronomische Absichten nachzuweisen, zumindest aber steht fest, dass die Benutzer damals hätten diverse Dinge dort herbeileiten können. Wie z.B. bei den Externsteinen in Westfalen, wo durch ein Loch im Stein ein Punkt am Himmel angepeilt wird, an dem der Mond nur alle 18-19 Jahre steht. Diese Tatsache gibt das Wissen wieder, dass es einen so lange dauernden Mondzyklus gibt. Beobachtet man diese Zusammenhänge, lassen sich daraus z.B. recht genau Mondfinsternisse ablesen. Wichtiger aber für uns ist die damit verbundene Möglichkeit, die Tage des Jahres zu zählen und damit herauszufinden, wie unrund diese Zahl ist.

Führt man in Faulheit einen Schalttag alle vier Jahre ein, hat man zwar zu Lebzeiten Ruhe, denn die Abweichungen sind dann minimal aber irgendwann stimmt die Realität nicht mehr mit dem Wunsch überein. Der römische Kaiser Julius Caesar reformierte in seinem nicht gerade kleinen Wirkungskreis die alten Kalender und passte die Länge der Monate an.

 Er berücksichtigte zwar das Schaltjahr indem alle vier Jahre ein zusätzlicher Tag eingeführt wurde aber davon gab es keine notwendige Ausnahme. Dadurch war er 11 Minuten zu lang. Jedenfalls im Vergleich zum Sonnenjahr. Das heißt, das sich im Laufe der Jahrhunderte der Frühlingspunkt und wichtiger für die Kirche, das Osterdatum um Tage verschob.

Es gab schon im 14. Jahrhundert Ansätze und Forderungen eine Reform durchzuführen, doch erst unter Papst Gregor XIII wurde eine Kommission gebildet, die neue Kalenderregeln erschaffen sollte um die Schaltjahresungenauigkeiten auszuräumen und die alten Fehler zu korrigieren.
Es wurde beschlossen, im Jahre 1582 auf Donnerstag, den 4. Oktober gleich Freitag, den 15. Oktober folgen zu lassen. Die Abfolge der Wochentage blieb somit erhalten. Ebenfalls wurden die heute noch gültigen Ausnahmeregelungen zu den Schaltjahren eingeführt. Weiter war zwar jedes vierte Jahr ein Schaltjahr mit Ausnahme jedoch von Jahren, die sich glatt durch 100 teilen lassen. Und ebenfalls hier eine Ausnahme von der Regel, wenn sich das Jahr wiederum glatt durch 400 teilen lässt. (Das Jahr 2000 war ein Schaltjahr da es glatt durch 4, 100 und auch durch 400 teilbar ist).

Das eine solche Reform von einem Papst beschlossen wurde, heißt keinesfalls das dies auch überall angenommen wird. Nicht einmal in den katholischen Gebieten. Was wohl auch damit zu tun hat das selbiger Papst ausdrücklich das Massaker in der sog. Bartholomäusnacht begrüsst hatte, bei der tausende Protestanten abgeschlachtet wurden.

Tatsächlich hat sich der Wechsel von julianisch auf gregorianisch bis 1949 hingezogen. Zusätzlich zu dem Unwillen, den päpstlichen Befehl umzusetzen kam auch noch der in dieser Hinsicht wirklich alberne Streit zwischen katholischen und protestantischen Gebieten. Es konnte also lange Zeit durchaus in ein und derselben Stadt zwei offizielle Daten geben.

Andere Länder haben sich dem inzwischen fast schon allgemeingültigen gregorianischen Kalender angeschlossen. Zum Beispiel wechselte die Türkei 1926 vom islamischen zum gregorianischen System.
Erstaunlicherweise gibt es sogar bei modernen Systemen noch Diskrepanzen. So berücksichtigt Apple das julianische System vor 1582, das Unix-System das vor 1752.

Übrigens kommt die Bezeichnung „zwischen den Jahren“  durch den Umstand zustande, das man gerade in der Weihnachts- und Silvesterzeit sich tatsächlich zwischen zwei Jahreswechseln befinden konnte.










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