Astrologie und Astronomie


Noch vor gar nicht langer Zeit waren Astrologie und Astronomie ein und das selbe. Inzwischen betrachten sich die meisten Menschen als aufgeklärt und sehen in der Astrologie nichts als Unsinn. Dabei wird vergessen, dass sie ein Teil unserer Kultur und Vergangenheit ist und uns noch heute in vielerlei Form begegnet.

Kalenderblatt BildAstrologe – Kalenderkunde

Daher wäre es praktisch, einige der Grundlagen zu kennen, denn diese finden sich überall wieder. Und auch wenn man den Glauben an die Deutungen der Astrologie nicht teilen mag, sind ihre Wurzeln in unserer Geschichte tief verankert.

An erster Stelle sind die Tagesbezeichnungen zu nennen. Die heutigen Bezeichnungen sind ein Mischmasch aus romanischen und germanischen Sprachtiegeln.

Nehmen wir die lateinischen Zuordnungen zu den damalig bekannten Himmelskörpern. Dort fängt der Kanon mit dem Sonntag an, unschwer der Sonne zuzuordnen. Danach der Montag, dem Mond zugehörig. Dann folgt der Dienstag, dem Mars zugeordnet. Mittwoch als nächster, gehört zum Merkur. Donnerstag dannn zum Jupiter, Freitag zur Venus. Und zum Abschluss Samstag für den Saturn.

Ginge man nach den historischen Herleitungen z.B. aus jüdischer, christlicher und islamischer Tradition, gibt es übrigens keinen Grund, die Woche am Montag beginnen zu lassen, wie es in Europa (nach DIN) üblich ist. Sinnvoller wäre es, mit dem Sonntag zu beginnen, denn die Sonne als Namensgeber war schon immer der erste Himmelskörper. So wird es auch in den meisten anderen Ländern gemacht.

Wenn wir jetzt verschiedene Namen einmal nebeneinander stellen, lässt sich der eine oder andere Zusammenhang erkennen. Diese Liste liesse sich besonders mit alten Dialekten beliebig verlängern, daher hier nur die wichtigsten Eckpfeiler.

 

Planet Französisch Deutsch Englisch germanische Gottheit
Sonne Dimanche Sonntag Sunday Sunna/Sol
Mond Lundy Montag Monday Sinhtgunt/Mani
Mars Mardi Dienstag Tuesday Tyr/Ziu
Merkur Mercredy Mittwoch Wednesday Odin/Wotan
Jupiter Jeudi Donnerstag Thursday Thor/Donar
Venus Vendredi Freitag Friday Frigga/Freya
Saturn Samedi Samstag Saturday Loki/Lodur

 

Die Zuordnung der heutigen Monate zur Astrologie ist ebenso möglich. In früheren Zeiten war der Jahresbeginn zumeist an den Frühlingspunkt gebunden. Sprich der Sonnenlauf gab mit der Frühlings-Tagnachtgleiche, dem Äquinoktium den Beginn an. Später sind die Kalender starr geworden und durch verschiedene Anpassungen (siehe Einführung des gregorianischen Kalenders) vom Frühlingspunkt entfernt worden.
Daher sind heute die zwölf Sonnenmonate der Astrologie, sprich die Sternzeichen um ungefähr 11 Tage zum Kalendermonat verschoben. Als Beispiel wäre hier der Frühlingsbeginn 2012 am 20. März. Nach alter Herleitung ist aber der April der erste Frühlingsmonat.
Die Zuordnung der Monate zu den Sternzeichen entspricht auch der astrologischen Bedeutung des jeweiligen Zeichens. Ebenso und wohl auch ursächlich spiegelt sich das in der hiesigen Natur wieder. Durch Wetter, Erntezeiten und Wachstumsphasen.

 

Heutiger Monat Sternzeichen 19. Jhdt. Althochdeutsch
April Widder Lenzing Ostarmanoth
Mai Stier Wonnemond Winnemanoth
Juni Zwilling Sonnmond Brachmanoth
Juli Krebs Brachet Hewimanoth
August Löwe Heuert Aranmanoth
September Jungfrau Ernting Witumanoth
Oktober Waage Scheiding Windumemanoth
November Skorpion Gilbhart Herbistmanoth
Dezember Schütze Nebelung Heilagmanoth
Januar Steinbock Julmond Wintarmanoth
Februar Wassermann Hartung Hornunc
März Fische Hornung Lentzinmanoth

 

Die alten Monatsnamen entstammen größtenteils dem Volksmund und unterlagen vielerlei Schwankungen durch Dialekt und Sprachstamm. Hier gab es gewiss keinerlei Einigkeit.
Die althochdeutschen Bezeichnungen wurden von Karl dem Großen eingeführt und sollten die römischen, teils willkürlich vergebenen Monatsnamen durch volksnähere und naturbezogene Bezeichnungen ablösen. Wie allerdings nicht anders zu erwarten war, wurden die aufgesetzten Namen nicht zwangsläufig angenommen.

Im 19. Jahrhundert wurden, wohl auch aus romantischen Gründen, die alten germanischen Begriffe gesucht und in neuere Sprachform gebracht. Heute sind die Monatsnamen grösstenteils wieder auf die lateinischen Bezeichnungen zurück zu führen.

Will man die verschiedenen Bezeichnungen zuordnen, kommt man unweigerlich ins Stolpern. Was ist nun althergebrachtes, naturnahes Volksgut, was ist aufgesetzt worden? Was hatte man aus traditionellen Gründen wieder aufleben lassen, was passt zu welchem ursprünglichen Monat? Und wie will man mit den ganzen Verschiebungen zurechtkommen?

Es ist wohl müßig in diesem Fall nach der einen, ursprünglichen Wahrheit zu suchen. Man kann aber verschiedene Strömungen bestimmten Herkünften zuordnen.

So kann man mit Hilfe der astrologischen Einteilung ein Schema erkennen, das die ungefähre Entstehung erklären kann. Und wahrscheinlich auch umgekehrt, wird die Typisierung der Sternzeichen durch Beobachtungen in der Natur entstanden sein.

Als Beispiele:

Der Widder: Das erste Zeichen steht für Aufbruch, Neubeginn, Durchbruch, Sturm, Kampf, Ringen für das Neue.

Dann der Stier: Sanftmut, Wachstum, Gedeihen, Hege und Pflege, das Häusliche, das Aufblühen.

Klingt doch auch passend für April und Mai, oder?

So setzen sich die Beispiele auch für die anderen Monate und auch die Gestirne fort. Und diese charakterlichen Beschreibungen sind keine alleinige Erfindung der archaischen, nordischen Vorfahren. Sonne und Mond wurden allenthalben ähnlich beschrieben. Auch heute sind sie z.B. symbolisch der männlichen und weiblichen Kraft zugeordnet.

Die Astrologie ist keine neue skurrile Randwissenschaft sondern untrennbar mit unserer Kultur verwoben. Es gibt sie schon lange, nur hat sie seit dem Ende des Mittelalters einen eigenen Weg eingeschlagen, getrennt von der Astronomie und nach und nach auch getrennt von der Kultur.










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