Herzlich willkommen



Kalenderblatt für den 25. September




Schostakowitsch

Kalenderblatt Bild25. September – Kalenderkunde

Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch wurde am 25. September 1906 geboren. Wie unschwer am Namen zu erkennen, ist er Sowjetbürger gewesen. Ein waschechter Russe. Und das im positivsten Sinne.

Schostakowitsch wurde in einem bürgerlichen Haushalt mit musikalischer Mutter geboren. Diese drängte ihn sanft zum Klavierspiel an dem er, anfänglich ablehnend, schlussendlich aber seine eigene Freude und Begabung entdeckte. Sein Lehrer erkannte ab dem 13. Lebensjahr seines Schülers das er ihm nichts mehr beibringen konnte und sorgte dafür das er am Petrograder Konservatorium angenommen wurde.

25. September - Kalenderkunde „Dmitri1“ von Office of War Information,Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons
25. September – Kalenderkunde
„Dmitri1“ von Office of War Information,Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons

Mit 19 Jahren komponierte er seine 1. Sinfonie in f-Moll als Diplomarbeit, also sein Abschluss an der Hochschule. Sie wurde mit großem Erfolg 1926 von den Leningrader Philharmonikern aufgeführt und nicht viel später von [easy_wiki]Bruno Walter[/easy_wiki] in Amerika. Ein fulminanter Berufsstart.

Seine zweite Sinfonie, eine Auftragsarbeit zum 10. Jahrestag der [easy_wiki]Oktoberrevolution[/easy_wiki] war vordergründig eine Hymne für das System aber er versteckte viel kleinen Spott und auch Kritik am System.
Seine danach fast schon offene Kritik fand ein gemeines Ende als Stalin 1936 eine seiner Aufführungen besuchte, sie mittendrin verliess und eine saudumme und vernichtende Kritik formulierte. Man kann sich vorstellen, was das auslöste. Kritiker änderten blitzschnell ihre Meinung, wer vorher sehr begeistert war, wandte sich nun ab. Schostakowitsch selbst schlief wochenlang mit einem Koffer unter dem Bett und im Anzug, ständig in der Angst, von der Geheimpolizei deportiert zu werden.

Schostakowitsch erlebte die gesamte russische Geschichte intensiv mit. Er litt unter dem Regime, dem zweiten Weltkrieg, bekam in Leningrad einen Splitter ins Hirn und auch nach dem Krieg bis zu Stalins Tod war wohl kaum irgendwas ein Zuckerlecken.

Seine Erlebnisse fanden starken Ausdruck in seiner Musik. Auch wenn einiges selbst heute noch ziemlich modern, z.T. avantgardistisch klingt, schwingt die russische Geschichte voll und ganz durch. Die unten eingefügte Sinfonie, Nr. 10 entstand zum und nach dem Tod Stalins. Es wird heute noch diskutiert ob die Sinfonie so gemeint war aber sie rechnet mit dem Dikatator ab. Nicht nur Schostakowitsch war froh, dass der Mistkerl endlich gestorben war, die gesamte Kulturszene atmete auf und führte die Sinfonie ein halbes Jahr nach dem Tode Stalins mit Erfolg auf.

Versuchen sie, eine kleine Weile zuzuhören. Schwieriges Zeug, aber brilliant
















Kalenderkun.de

verwendet bewusst keine aufwändigen Techniken. Kein Javascript, keine eigenen Cookies, kein Flash. Lediglich ein wenig php im Hintergrund und handgeschriebenes HTML.

Als einzige Werbung kommen bei den Artikeln Dinge wie Buch- oder Filmempfehlungen vor. Die stehen aber handverlesen in Zusammenhang zum Thema.


All die rechtlichen Dinge


Impressum
Datenschutzerklärung
Kontakt